Ehemaliger Wasserstollen eines Blei/Kupferbergwerkes im Siebengebirge
Zu der Zeit, als wir auch die Ofenkaulen besichtigt haben, haben wir einen kleinen Wandertag im Siebengebirge eingelegt. Ein Mitglied des 7Grad-Teams musste dringend austreten, und....
Da war er - wieder mal ein Tunnel, ein Schacht, eine Höhle, ein Bunker?
Nach circa 3,5 sec. hatten wir unsere Taschenlampen parat (ja, die sind immer dabei), da viel uns auch schon das Bergwerkszeichen, das in den Stein über den Tunnel geschlagen war (gekreuzte Hämmer) ins Auge.
Der Stollen ist ungefähr 60cm breit und 120cm hoch.
Am Boden befindet sich eine 20cm dicke Schlammschicht. Aus dem inneren des Berges fließt uns etwas Wasser entgegen...
Der Weg in den Stollen...
Am Anfang (die ersten 20m) ist der Stollen mit modrigen Holzbalken, deren Alter sich nur schwer schätzen lässt notdürftig abgestützt. Später ist er in den blanken Fels geschlagen. So führt er um die 200m in den Berg hinein...
Kurz vor dem “Ende” des Stollens steigt der Wasserpegel noch mal auf circa 70cm - Unsere Springerstiefel helfen da auch nicht wirklich, auch nicht wenn sie bis oben voll mit Wasser sind. Aber auch Gummistiefel wären hier am Ende ihrer Leistungsfähigkeit.
Auf dem Bild links kann man sich ein ungefähres Bild der Lage im Tunnel machen.
Im Hintergrund sieht man das vorläufige Ende des Stollens - eine Ziegelmauer. In der Mitte gibt es ein Loch mit einer Größe von circa 35X45cm, dahinter noch mal ein Raum, der circa 1 Meter unter Wasser steht. Der Schacht geht von hier aus steil nach oben in den Berg.
Da unsere Ausrüstung für ein solches Abenteuer nicht ausreichte (wir wollten eh nur wandern!), mussten wir hier leider umdrehen.
Aufgeschoben heißt aber nicht aufgehoben...
Nachtrag vom 30.7.2003:
Wir haben ein paar weitere Infos zu dem Stollen bekommen, die wir Euch natürlich hier mitteilen:
Es handelt sich hier um einen so genannten "Wasserstollen" der zwei Täler miteinander verband. In einem östlichen Taleinschnitt wurde um das Jahr 1810 der Bachlauf durch einen Weiherdamm aufgestaut und das Wasser durch den Stollen in das von euch durchwanderte Tälchen geleitet. Einige hundert Meter unterhalb (westlich) befand sich damals ein Kupferbergwerk.
Hier wurde bei trockener Witterung dringend Wasser benötigt. Vor dem Einsatz der Dampfkraft wurden in und an den Bergwerken eine Vielzahl von Maschinen mit Wasser angetrieben: Pochwerke, Erzwäschen und Wasserkünste. Deshalb hat man auch den großen Aufwand nicht gescheut, aus den Nachbartälern das Wasser umzuleiten.
Der Stollenzufluß des Wasserstollens hat damals unter der Wasseroberfläche im Weiher gelegen. Im westlichen Ende des Stollens hat man dann zwei Staumauern (eine aus Ziegelsteinen und eine aus Bruchsteinen) eingesetzt, so das der Stollen quasi unter Wasser stand. Durch die Mauern ging nur ein kleiner Durchfluß der mit einem hölzernen Rohr versehen war. Hieran muss sich damals eine Art Absperrschieber befunden haben, so das man den Wasserzufluß vom westlichen Ende nach Bedarf regulieren konnte. Das "Eisen und Schlägel - Zeichen" und die Holzstützen sind übrigens noch gar nicht so uralt. Die wurden vor gut 15 Jahren vom örtlichen Heimatverein angebracht.
Besten Dank für die Infos an Jürgen!
