Der Hüggel - Altbergbau im Teutoburger Wald

Der Hüggel, oder besser gesagt das Hüggelgebiet, befindet sich etwa 40 Kilometer nördlich von Münster eingebettet zwischen den Ortschaften Hagen a.T.W., Tecklenburg, Hasbergen und Georgsmarienhütte. Rein geografisch betrachtet, gehört der Hüggel zu Osnabrück, von der geschichtlichen Seite her eher zu Stollenhausen. Doch dazu später mehr. Der Ausläufer des Teutoburger Waldes besteht aus mehreren Hüg(g)eln, wovon die für uns wichtigsten (Altbergbau!) hier nun einmal aufgelistet werden:

Hüggel - Altbergbau im Teutoburger WaldHüggel (227m)
Kleiner Hüggel (200m)
Silberberg (182m)
Heidhornberg (180m)
Jägerberg (176m)
Heidberg (165m)
Domprobst Sundern (158m)
Bükersberg (152m)
Martiniberg (125m)
Ortenbrink (120m)
Steinbrink (118m)
Roter Berg (108m)


Die waldreiche Region rund um den Hüggel ist ein hervorragendes Naherholungs- und Wandergebiet. Viele seltene Tierarten haben in diesem Waldstück ein Zuhause gefunden. Neben Echsen und Schlangen haben sich hier wieder einige Nachtgreife wie der Uhu, der Steinkauz und die Schleiereule angesiedelt. Sie leben in den Steilhängen der Steinbrüche und stehen unter Artenschutz. Auch Sauen, verschiedenen Marderarten und dem Dachs sind wir des öfteren begegnet. Hinzu kommen auch noch die vielen Fledermausarten, die hier ihr Quartier gefunden haben - und nicht nur das: Wandert man durch die Hüggelregion, wird man spätestens durch die Beschilderung von dem geologischen Lehrpfad auf die Reste von der durch den Bergbau geprägten Waldlandschaft aufmerksam. Viele Relikte, wie die riesigen Tagebaue oder Verladeanlagen, sind relativ schnell auszumachen. Oft weist auch ein informatives Schild auf diese Reste der Bergwerksanlagen hin. Andere interessante Hinterlassenschaften sind besser versteckt und erst beim genaueren Hinsehen zu entdecken. Seid mehr als drei Jahren (Stand Mitte 2006) sind wir nun schon im Hüggel unterwegs, haben alte Karten studiert, in Büchern nach Infos gesucht, sind geklettert, haben Stollen befahren und viele, viele Stunden damit verbracht, den Wald zu durchkämmen. Zahlreiche historische Altbergbaurelikte haben wir in dem Höhenzug  gefunden, andere werden wohl für immer unauffindbar bleiben. In einem Tagebau befindet sich heute ein Tontauben-Schießstand. (Betreten Verboten!) Der Hüggel blickt nunmehr auf eine fast 850- jährige Bergbaugeschichte zurück, so dass die sehr alten, vornehmend aus dem Silberbergbau stammenden Relikte, trotz vorhandenem Grubenriss einfach nicht mehr auffindbar sind. Aber das, was wir haben, teilen wir mit Euch gerne - zumindest virtuell...

Hüggel - Altbergbau im Teutoburger WaldZur Geologie des Hüggels:
Neben den Karbonhorsten Piesberg (Osnabrück) und Schafberg (Ibbenbüren) tritt als weiterer der markante, aus der Tiefebene hervorragende Bergrücken des Hüggels auf. Das Oberkarbon tritt hier in einem etwa 5 Kilometer langen und 1 Kilometer breiten Aufbruch zu Tage. Der Aufbruch wird auf der nördlichen Hangseite mit schwacher Diskordanz von Ablagerungen des Zechsteins überdeckt. Die Kalksteine des Zechsteins sind zum Teil metasomatisch in abbauwürdiges Eisenerz umgebildet. Am Südhang ist der Hüggel durch eine große Störungszone mit einer Verwurfhöhe von etwa 1000 Metern abgeschnitten. Im Bereich Hagen am Teutoburger Wald ist das Vorland des Hüggels von komplizierten Überschiebungsstrukturen gezeichnet. Die dadurch entstandenen Berge wie der Jägerberg oder der Silberberg sind das heutige Resultat der Ver- und Überschiebungen des Gebirges.
Die Verzehrung des Kalksteins der unteren Zechsteinzeit erfolgte durch aufsteigende hydrothermale Lösungen und der Metasomatose von Calcit in Siderit. Dieser wiederum wurde später in der höher gelegenen Verwitterungszone in Limonit umgewandelt. Das eigentliche Erzlager von 10m Mächtigkeit war von dem gering eisenhaltigen so genannten Zuschlagkalk überlagert. Der oberflächennah vorkommende Zuschlagkalk aus dem Hüggel wurde ebenfalls, meist in Tagebauten, abgebaut. Er diente im Hochofenprozess zur Schmelzpunkterniedrigung und zur Schlackenbildung. Das Deckgebirge besteht aus Geröll, Ton und Kalksandstein.
Auch Zinkerz und Bleierz kommen im Hüggel in geringen Mengen vor. Bei diesen Erzen handelt es sich um fein- bis grobspätigen Galmei, Bleiglanz und Zinkblende. Diese treten wiederrum zusammen in weißen Schwerspat auf. Wegen ihrem Silbergehaltes, der vor allem in dem Bleiglanz und in der Zinkblende vorkommt, läuteten diese Bunterze die ersten Grubenbetriebe im Hüggel ein. Dieses schon ab dem 11. Jahrhundert...

Hüggel - Altbergbau im Teutoburger WaldHistorischer Silberbergbau im Hüggel:
Das erste Mal erwähnt wurde der Silbererz-Bergbau am Hüggel in kirchlichen Einkünfteverzeichnissen. Diese stammen aus dem Jahre 1180. Etwa 50 Jahre später standen zwei kleine Silberbergwerke im Hüggelgebiet im Betrieb. Diese befanden sich im Hüggelberg und im Domprobst Sundern. Da die Silbererzvorkommen nicht sehr ertragreich waren, kamen diese beiden Gruben schon nach einigen wenigen Jahren wieder zum erliegen. Erst im Jahre 1722 ließ der Fürstbischof Ernst August die Schürfarbeiten nach Silber wieder aufleben. Diesmal wurde mit Kumpel aus dem Sauerland und aus dem Harz im Silberberg nach silberhaltigem Erz gegraben. Die Kumpel aus Schiefergruben im Sauerland sind übrigens auch dafür verantwortlich, dass in Hagen am Teutoburger Wald heutzutage noch sauerländer Platt, und nicht das westfälische Platt, wie in der übrigen Region gesprochen wird. Woll? Die Silbergrube stand bis in das Jahr 1782 in Förderung. In diesen Jahren wurden die Osnabrücker Münzen aus dem Silber geprägt, das im Hüggel abgebaut wurde. Von dem ehemaligen Silberbergbau ist heute nicht allzu viel zu entdecken. Die Natur hat sich den größten Teil wieder zurück geholt. Einzige Zeugen sind heute noch einige Pingen auf dem Domprobst Sundern und ein 700 Meter langer Stollen. Der so genannte Silberstollen im Hüggelgebiet ist teilweise verbrochen und mit einem Fledermausschutzgitter fest verschlossen. Von den Schächten und Bohrlöchern ist heute nichts mehr zu sehen.

Bunterze im Hüggel:
Eine kurze Zeitepoche wurde auch nach Bunterzen im Hüggel geschürft. Die Osnabrücker Zinkerzgesellschaft betrieb zwischen den Jahren 1860 und 1865 die Grubenfelder Kronprinz und Aaron. Eine zweite Periode des Bunterzbergbaus gab es bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Abermals wurde Bleierz, Zinkerz und Kupfererz im westlichen Hüggel gefördert. Diese Erze wurden zur Verhüttung nach Dortmund-Hörde transportiert. Von dem Aaronstollen ist nur noch eine leichte Pinge, die früher wohl mal das Stollenmundloch war, in der Wiese vor dem Roten Berg auszumachen.

Hüggel - Altbergbau im Teutoburger WaldEisenerzbergbau im Hüggel:
Der wohl größte Bergbaubetrieb im Hüggel begann Anfang 1800 mit dem Abbau von Eisenerz. Neben der Zeche Perm in Ibbenbüren war die Eisensteinzeche Hüggel einer der größten und langlebigsten Erzgruben im Tecklenburger Land. Schon im Jahre 1836 wurde die Eisenhütte Beckerode in Hagen gegründet, welche im Jahre 1839 mit dem ersten mit Holzkohle betriebenen Hochofen ihren Betrieb aufnahm. Die Gründung der Beckeroder Eisenhütte geht auf den Kaufmann Carl Förster aus Osnabrück zurück. Dieser hatte bereits einschlägige Erfahrungen auf der Eisenhütte Gravenhorst bei Ibbenbüren gesammelt. Dort war er als Magazinverwalter und Buchhalter angestellt. Später wurde der Hochofen der Eisenhütte mit Steinkohlen aus dem
Beustschacht in Ibbenbüren befeuert. Sie wurde mit Eisenerzen aus den Stollen und Steinbrüchen vom so genannten Grubenfeld 1 beliefert. Die alten Stollen wurden noch in reiner Handarbeit mittels Schlägel und Eisen in das Hüggelmassiv getrieben. Das Grubenfeld 1 bestand zunächst aus Kleinstbergwerken, kleinen Stollenzechen im Hüggel, im Roten Berg und im Heidhorn. Aus der Beckeroder Eisenhütte wurde zusammen mit den Bergwerken im Jahre 1856 zur Georgs-Marien-Bergwerks- und Hüttenverein (GMV). Zwei Jahre später standen die ersten beiden Hochöfen am neuen Standort Georgsmarienhütte in Betrieb. Zur Förderung der Erze über Tage wurde eine sechs Kilometer lange Bahntrasse, die so genannte Hüggelbahn, vom Roten Berg im Hüggel bis nach Georgsmarienhütte verlegt. Die Bauzeit betrug zwei Jahre (1865 - 1866). Auch die Erze der Zeche Perm wurden mittels einer Schmalspurbahn vom Stollenmundloch "Permer Stollen" in Ibbenbüren bis zur Verladeanlage in Hasbergen transportiert, und der Eisenhütte "GMH" zugeführt. Etwa zur selben Zeit wurde der Tagebau Hermine geteuft und der Hedwigstollen wurde in der Tiefbaugrube Hedwig in den Berg getrieben. Der Hedwigstollen hatte eine Länge von 95 Metern, ehe er die ersten Erzadern anbrach. Danach, im Jahre 1867 wurden die nächsten Grubenfelder (2-5) verliehen. Zur selben Zeit wurde auch eine Schleppbahn zum Abtransport der geförderten Mineralien im Hüggelgebiet angelegt.
Hüggel - Altbergbau im Teutoburger WaldEin Fuhrunternehmer aus dem Harz transportierte das Fördergut von den Zechen im Hüggel zur Eisenhütte in Georgsmarienhütte. Er besaß einhundert Gespanne mit rund 200 Zossen. Anfang 1870 waren in der Eisenhütte schon sechs Hochöfen in Betrieb. Es ging stetig aufwärts. In den darauf folgenden Jahren 1872/1873 waren drei neue Förderorte im Hüggel geteuft worden. Der Mathildenschacht, der Kielmannseggeschacht und die Bockmannsgrube. Alle drei Schächte wurden auf die Mathildenstollensohle geteuft. Der Mathildenstollen wurde 1868/1869 als zentraler Wasserlösestollen durch das Hüggelmassiv getrieben. Er verläuft etwa 30 Meter unterhalb der Abbaufelder und hat eine Länge von 3500 Metern. Noch heute dient er der Wasserlösung sämtlicher alten Bergwerke im Hüggel. Unterhalb der Mathildenstollensohle wurde parallel die erste Tiefbausohle aufgefahren. Diese lag exakt 20 Meter unter dem Mathildenstollen. Bevor die Abbauarbeiten in der ersten Tiefbausohle beginnen konnten wurde zunächst der zentrale Wasserhaltungsschacht, der Augustaschacht geteuft. Auch alle im Hüggel befindlichen Schächte wurden bis auf die Tiefbausohle weiter abgeteuft. Der Augustaschacht förderte zunächst das anfallende Grubenwasser von der ersten Tiefbausohle in den Wasserlösestollen Mathilde. Später, nach tieferteufen auf die zweite Tiefbausohle, verlief die Wasserhaltung auch in den Augustastollen, der ebenfalls der Wasserlösung diente. Im dem Jahr, in dem der Augustaschacht den Betrieb aufnahm, im Jahre 1867, wurde das Abbaugebiet Hüggel 2 eröffnet. Dazu gehörten die Tagebaue 5a, 5b und der Tagebau im Heidhornberg. Letzterer war allerdings nur bis in das Jahr 1907 in Betrieb. Im Jahre 1895 wurde vom Mathildenschacht am Nordhüggel ein Querschlag zum Südhüggel vorgetrieben. Zusätzlich wurde noch ein Wetterschacht auf die Stollenstrecke geteuft. Der Erzbergbau im Hüggel hatte in den Jahren 1863/1864 noch eine Fördermenge von 85.000 Tonnen pro Jahr. Doch in den darauf folgenden zehn Jahren stieg die Erzförderung auf beachtliche 233.000 Tonnen im Jahr an. Die höchste Erzfördermenge wurde im Jahr 1873 gemessen. Die 584 im Bergbau beschäftigten Kumpel förderten in diesem Jahr eine Menge von 235.882 Tonnen Roherz zu Tage.
Hüggel - Altbergbau im Teutoburger WaldDie Tagebaue im Hüggel hatten beachtliche Dimensionen angenommen, sie waren mittlerweile bis an die 50 Meter tief. Sie bestanden aus Terrassen von fünf bis acht Metern Höhe, mit Stollenmundlöchern in jeder Ebene. Wegen den brüchigen Hängen wählte man den Querbau als Abbauverfahren. Diese Querbaue sind heute zum Beispiel noch im Bereich des Silbersees (Tagebau 5) zu finden. In jedem Tagebau gab es mindestens ein Rolloch, durch welches das gewonnene Eisenerz auf die Förderstollensohle geleitet wurde. Die Wasserkunst war ähnlich angelegt. Sie verlief durch Eisenrohre aus den Tagebrüchen hinaus. Von der Wasserkunst sind heute auch noch einige Relikte wie kleine Wasserschächte und Rohrleitungen zu finden.
Um die Jahrhundertwende wurden im Eisenerzbergbaugebiet Hüggel weitere Schächte geteuft. Der Idaschacht und der Luisenschacht. Am Idaschacht wurde zudem ein Magazin und eine Hüggelschmiede zur Reparatur der Bergmannsgezähe errichtet. Auch am Luisenschacht im Hüggel wurde eine Schmiede errichtet. Diese war mit Bohrmaschine, Drehbank und Schleifsteinen ausgestattet. In den darauf folgenden Jahren 1906 -1910 wurde das Grubengebäude unter dem Luisenschacht zwei Mal erweitert. Man teufte zunächst auf 50, später auf 75 Meter Teufe ab. Die auf 50 Meter angelegte Zwischensohle erwies sich als sehr ergiebig, doch die zweite Tiefbausohle bei 75 Metern Teufe musste wegen zu viel Wasserzufluss wieder aufgegeben werden. Der Luisenschacht hatte eine Gesamtteufe von 115,36 Metern. Hier befand sich auch die Hauptverladeanlage, auf welcher das Fördergut auf die Schienen geladen wurde. Abgebaut wurde das Eisenerz mittels Haspelschächten im Örterbau meist zwischen den Stollenstrecken. Im Tiefbau hingegen fand der Erzabbau in doppelflügigen Bremsbergfeldern mit gut 120 Metern streichender Länge statt. Auch einige Erznester auf der Höhe der Stollensohlen wurden angefahren. Die Förderung auf den Stollenstrecken wurde mit Grubenpferden bewältigt. Diese zogen die Hunte über das rund 15 Kilometer lange untertägige Schienennetz bis zu den Förderschächten. In den Schächten wurden die Erze mit Dampffördermaschinen zu Tage gehoben.
Nach Erschöpfung der Vorräte endete der Eisenerzbergbau im Hüggel im Jahre 1930.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden noch für kurze Zeit im Kielmannseggeschacht geringe Mengen an Eisenerz gefördert.
Von Grubenunglücken am Hüggel ist nur sehr wenig bekannt. Im Tagebau der Grube Hermine sind 1896 drei Bergmänner verunglückt. Sie starben, als etwa 9.000 Tonnen Erdmassen hereinbrachen.
Von den Eisenerzgruben im Hüggel sind noch einige sehr interessante Relikte vorhanden, vorausgesetzt man findet sie auch...

Hüggel - Altbergbau im Teutoburger WaldKalkabbau im Hüggel:
Parallel zum Eisenerzbergbau im Hüggel wurde auch der Kalk in den Tagebauten abgebaut. Der bedeutendste Tagebau zur Zuschlagkalkgewinnung war der Tagebau 2 am Nordhang des Hüggels. Im Jahre 1927 wurde eine Brech- und Siebanlage am Südhüggel errichtet. Drei Jahre später wurde eine ungewöhnliche Fördereinrichtung zum Transport von dem Zuschlagkalk erbaut. Eine 6,3 Kilometer lange Seilbahn wurde vom Westbecker Berg bis hin zum Augustaschacht über den Hüggel errichtet. Im Jahre 1963 endete der Abbau von Zuschlagkalk im Hüggel. Immerhin wurden in den letzten 30 Betriebsjahren 20000 Tonnen Kalkstein pro Monat abgebaut. Die Zeugen der Kalkabbauphase des Hüggels sind heute noch am Besten zu finden. Immer wieder wird der Wanderer auf die zahlreich im Hüggel vorhandenen Tagebauten und Steinbrüche treffen. Auch die Reste der Siebe- und Brechanlage sind zwischen den Tagebauen 5b und 5c noch vorhanden. Auch Betonfundamente und vereinzelt herumliegende Seilstücke der Seilbahn findet man noch an und auf dem großen Hüggelberg. Und wenn man Glück hat, dann hat ein Kalksteinbruch aus der Spätphase der Bergbaugeschichte des Hüggels eine Haspel oder ein Rolloch aus dem Erzbergbau angeknabbert... 

Steinkohle im Hüggel:
Nicht der Rede wert: Im Jahre 1920-1921 wurde der 299,12 Meter tiefe Südhüggelschacht östlich vom Silbersee geteuft. Dieser Schurfschacht wurde nach kurzer Zeit wieder wegen zu geringer Kohlevorkommen eingestellt. Keine Reste.

Hüggel - Altbergbau im Teutoburger WaldTongruben am Hüggel:
Die verlassenen Steinbrüche zweier Ton- und Mergelgruben befinden sich noch im südlichem Vorgelände des Hüggels. Diese kleinen Tagebaue sind für uns unwichtig und werden hier daher nicht näher beschrieben. Ein etwas weiter entfernter Steinbruch befindet sich ebenfalls im Hüggelgebiet. Hier wird heutzutage immer noch Ton und Sandstein abgebaut.

Stollen im Hüggel:
Hier nun ein kleine Auswahl der vielen Stollen im Hüggel. Berücksichtigt haben wir hier nur die Stollen, die auch einen Namen hatten. Die größte Anzahl der Stollen, die zumeist in den Tagebauten in den einzelnen Ebenen waren, hatten keinen Namen. Auch die zahlreichen Aufhauen zur Bewetterung, die tonnlägigen Haspelschächte und Rollöcher werden in der Liste nicht berücksichtigt. Die zahlreichen Wasserlösestollen konnten ebenfalls namentlich nicht zugeordnet werden. Okay, hier die kleine Stollenliste vom Hüggel:
Aaronstollen (Roter Berg)
Annastollen (Hüggel)
Augustastollen (Hüggel)
Emmastollen (Natrup-Hagen)
Hedwigstollen (Jägerberg)
Kielmannseggestollen (Hüggel)
Claystollen (Hüggel)
Kronprinzstollen (Domprobst Sundern)
Luisenstollen (Heidhornberg)
Mathildenstollen (???)
Seiferstollen (Heidhornberg)
Silberstollen (Silberberg)
Silberstollen 2 (Heidberg)

Hüggel - Altbergbau im Teutoburger WaldAbschließende Worte:
Fast alle Stollenmundlöcher im Hüggel sind zum Fledermausschutz fest verschlossen worden. Das ist auch gut so. In die großen Stollensysteme kommt man nicht rein...
Trotzdem ist das Hüggelgebiet sehr zu empfehlen. Falls Ihr mal in der Gegend seid, nehmt Euch ein paar Stunden Zeit, erfreut Euch der Natur und lauft den geologischen Lehrpfad entlang. Besucht die imposante Gesteinsbrücke, welche den Tagebau 2a und 2b trennt. Von der 7 Kilometer langen Hüggelbahn am Nordrand des Gebirges sind noch weite Teile der Bahntrasse und einige wenige Gestänge vorhanden. Auch die Reste der Verladeanlagen, Sandsteinmauern und einige Erzbunker findet man an der Bahntrasse. Das Augustaschachtgebäude ist ebenfalls noch vorhanden. doch dazu mehr in unseren Unterrubriken.

Glückauf und genießt den Teutoburger Wald...

Für die Unverbesserlichen unter euch: Im Hüggel sieht es genauso aus, wie in der Grube Porta, nur eben kleiner und vor allem ohne Müll!!! Damit das auch so bleibt, gibt es auch dieses mal keinerlei Hinweise auf Einstiegsmöglichkeiten zur Eisenerzgrube Hüggel. Auch das Stollenmundloch vom Mathildenstollen kann ich nicht mehr wieder finden...

Hüggel - Altbergbau im Teutoburger Wald(c) Sir Ollrich von Teutoburg 2003-2006

Quellen:
Der frühe Erzbergbau im Tecklenburger Land
Erz und Kohle
Beschilderung Geologischer Lehrpfad
Gespräche mit Anwohnern in Hagen a.T.W. und GM-Hütte
(Danke für die vielen Infos)

Fotos:
Georg, Björn und Olly

Exkursionen:
Olly (jeden Monat)
Björn (fast immer dabei)
Georg (auch oft da gewesen)
Michael (Mineralienexperte)
Mario (Flattis kucken)

Hüggel - Altbergbau im Teutoburger WaldComputerfachmann:
Georg

Recherche und Bericht:
Sir Ollrich von Hüggelberg

Danke an:
Mario und Hans Röhrs

 

 

 

 

 

(c) D7GT 2006

Hüggel