Luftschutzturm Universitätsstrasse in Bochum

Bei unserer Rundreise durch die Bergbaustadt Bochum war dieser Luftschutzturm der letzte Exkursionspunkt an diesem Tag. Tom erzählte uns im Vorfeld von einem Rundbunker in der Mitte einer stark befahrenden Strasse in Bochums Innenstadt. Wir gingen von einem Zombeck-Turm aus und waren gespannt. Doch als wir um die Ecke bogen und auf die Universitätsstrasse gingen, staunten wir nicht schlecht, als wir den Rundbunker sehen konnten. Er war Luftschutzturm Universitätsstrasse in Bochumenorm groß und stellte alle uns bekannten Luftschutztürme in den Schatten. Der LS-Turm in Bochum ist sicherlich einzigartig in seiner Größe und Bauausführung: Dieser Rundbunker hat 7 Etagen und eine bombensichere Außenwand. Die einzelnen Räume sind rund um den Kern des Gebäudes angeordnet. Im Kern befinden sich die über kreuz angelegten Treppenhäuser sowie die Luft- und Versorgungsschächte. Die Abmauerung der einzelnen Schutzräume erfolgte unter der für Luftschutzbauten untypischen Verwendung von Bimsstein. In dem Kernstück des Rundturms befinden sich in jedem Stockwerk die Toiletten mit jeweils drei Aborten. Im Keller dieser Luftschutzanlage befand sich die Übernahmestation von Fernwärme, über welche die warme Luft mit Gebläsen in die einzelnen Etagen gedrückt wurde. Die Ansaugöffnung für die kalte Luft befand sich in der obersten Etage. Der Rundbunker war angedacht für maximal 582 Personen, die auf den 474 Liegeplätzen und den 108 Sitzplätzen Platz nehmen sollten. Wegen des großen Ansturms von Schutzsuchenden und dem Platzmangel wurden die Betten aber wieder entfernt und dafür Sitzbänke eingebaut. Dieser LS-Turm wurde bei Fliegerangriffen von rund 3000 Menschen aufgesucht. Für diese große Anzahl von schutzsuchenden Bürgern aus Bochum war allerdings die Lüftungsanlage nicht ausgelegt, so dass es immer wieder zu Ohnmachtsanfällen wegen unzureichender Sauerstoffzufuhr kam. Im Erdgeschoss stand ein gesonderter Hebammenraum sowie ein Raum für einen Arzt zur Verfügung. Für den Bau dieser Luftschutzanlage wurden folgende Materialen benötigt und verbaut: Eisenbeton: 5000 m³, Baueisen: 2500 t, Kies: 12600 t, Schnittholz: 250 m³, Dachholz: 35 m³, Spiralbewehrung: 10 t, Stampfbeton: 250 m³, Einbaueisen: 50 t, Zement: 2500 t, Rundholz: 120 fm und Isolierpappe: 2000 m². Das Dach war übrigens nicht bombenabweisend, sondern diente lediglich zur Verschönerung des Rundturmes. Apropos Verschönerung: Dieser einzigartige Luftschutzturm wurde vor einigen Jahren vollständig verputzt und steht heute unter Denkmalschutz...

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LS-Turm