Das Bethaus der Bergleute

Das Bethaus befindet sich im unteren Muttental und wurde 1830/31 unter der Leitung des Bergamtes erbaut. Die Baukosten von 564 Reichstalern und 15 Silbergroschen für das aus Bruchsteinen errichtet Gebäude teilten sich die folgenden in der Nähe liegenden Zechen: Morgenstern, Louisenglück, Turteltaube Nord und Süd. Dazu schlossen sie am 15.06.1830 einen gemeinsamen Vertrag. Später beteiligten sich an dem Bauprojekt auch noch die beiden Zechen Österbank und Aufgottgewagt mit jeweils 62 Reichstalern. Das heute unter Denkmalschutz stehende Bethaus beherbergt nun ein kleines bergbaugeschichtliches Museum und kann besichtigt werden. Wie auf den Fotos unschwer zu erkennen ist, besitzt das Bethaus zwei Etagen. Das untere Stockwerk beherbergte früher eine Schmiede und ein Magazin, wo der Bergmann unter anderem sein Gezähe lagerte. Das gemeinsame Betriebsgebäude wurde also als Reparaturbetrieb für die bei der Arbeit im Bergwerk stumpf gewordenen Keilhauen und Meißel genutzt. Diese wurden vor Ort von dem Schmied neu gehärtet und geschärft, so dass der Bergmann am nächsten Tag frisches Werkzeug (Gezähe) vorfand. In dem oberen Stockwerk waren der Bet-, und der Versammlungssaal untergebracht. In dem nicht minder wichtigem Obergeschoss trafen sich die Bergleute vor und nach der Untertageschicht, um die täglich anstehenden Fragen und Probleme mit dem Schichtmeister zu besprechen. Außerdem wurde so die Arbeitszeit kontrolliert, welche von der Glocke in dem Türmchen auf dem Bethaus eingeläutet wurde. Ebenso wichtig war das gemeinsame Treffen der Bergmänner nach der Schicht, da man so sofort wusste, ob jemand in der Grube verunglückt war und gegebenenfalls Hilfe benötigte. (Falls die Belegschaft nicht vollzählig war.) In dem Betraum, der sich ebenfalls im Obergeschoss befand, trafen sich die Kumpel zum Morgengebet. Dieses Bethaus war nicht das einzige seiner Art im Ruhrrevier. Auch neben dem Schacht Neptun der Zeche Nachtigall gab es eins. Das Bethaus wurde nicht sehr lange genutzt. Schon im Jahre 1837 wurde es wieder geschlossen und das Inventar versteigert. Der Erlös von 145 Reichstalern wurde zu gleichen Teilen an die beteiligten Zechen ausgezahlt. Der Grund für die Schließung war, dass einige der Zechen in der Nähe ihren Betrieb einstellten und andere Zechen fortzogen. Das Bethaus war von nun ab lange ein Wohnhaus und bekam ein Fachwerkanbau im hinteren Bereich. 1971 wurde das Haus unter Denkmalschutz gestellt. In den nächsten drei Jahren wurde es mit Geldmitteln das Landes NRW und vom Deutschen Bergbaumuseum Bochum restauriert, so dass ab 1974 im unteren Stockwerk das Bergbaumuseum seine Ausstellung eröffnen konnte. Im Jahre 1992 gab das DBM Bochum das Bethaus auf, und es wurde von der Stadt Witten übernommen. Das Westfälische Industriemuseum richtete im Untergeschoss, der ehemaligen Zechenschmiede, eine neue Ausstellung ein. Diese besteht bis heute und zeigt die Ausstellung "Vom Bethaus zur Kohle - Bergbaugeschichte im Wittener Muttental und Ruhrtal".

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