U-Verlagerung “Buchfink”

Auf der alten Bahnstrecke zwischen Schwelm und Witten befindet sich circa zwei Kilometer nördlich der Untertage-Verlagerung “Goldammer” eine weitere U-Verlagerung, diesmal trägt sie den Decknamen “Buchfink”.

Wie in “Goldammer” wurden hier im Silscheder Tunnel (zu Gevelsberg) Reparaturen an Flugzeugen des Typs Bf 109 durchgeführt. Auch in der U-Verlagerung “Buchfink” war die Firma Hansen & Co. aus Münster ansässig.(Eine ausführliche Erläuterung zu diesem Rüstungsbetrieb und dem Flugzeugtyp findest Du hier auf unserer Seite über “Goldammer”.)

Von Schwelm aus kommend, immer auf den Resten der alten Reichsbahnstrecke, wandern wir Richtung Norden. Unterwegs sehen wir auf der gut begehbaren Strecke die U-Verlagerungen “Meise I” und “Goldammer”. Danach kommen wir nun also zur dritten und letzten U-Verlagerung auf dieser Strecke - “Buchfink”.

Der Silscheder Tunnel ist 845 Meter lang. Der Tunnel macht im nördlichen Drittel eine leichte Linkskurve, so dass man am Südportal das Ende des Tunnels nicht sehen kann. Der Tunnel ist außerdem der längste Tunnel auf der Strecke.

Der alte Reichsbahntunnel, beziehungsweise dessen Südportal, sind noch 200 Meter entfernt. Nach der langen Wanderung die hinter uns liegt freuen wir uns zum Einen, dass wir die U-Verlagerung gefunden haben, zum Anderen, dass wir nun endlich ein Stück der Strecke nicht vollgeregnet werden. Es gießt schon seit unserem Aufbruch in Schwelm.

Das Südportal aus der Nähe betrachtet.
Regen und diesiges Wetter beeinträchtigen die fotografische Leistung doch enorm

Ganz aus der Nähe betrachtet - es ist kein Ende zu sehen.

Ein vorletzter Blick zurück...

Ein letzter Blick zurück und wir verschwinden in der U-Verlagerung.

Reste von Einbauten in einer aufgebrochenen Ausweichbucht (AB).

Wie auch in “Rebhuhn” befindet sich hier unter dem Tunnel ein kleiner Kanal, der Tropfwasser abführt - hier “gesichert” mit alten Straßenbegrenzungen.

An der Wand, an der dieser Richtungspfeil angebracht ist, kann man gut erkennen, dass es in dem Reichsbahntunnel an vielen Stellen zu Wassereinbrüchen kam. Das Wasser fließt an den Wänden runter.

Alte Halterungen von Einbauten, die wir im Tunnel finden...

Eine vermauerte AB, die mehrere Löcher aufweist, durch die Wasser fließt.

Nach der Kurve, im nördlichen Teil des Tunnels, sind die Wände mit Spritzbeton ausgekleidet.
Links ein altes Schild mit der Beschriftung “10”.

Nach der Kurve ist der südliche Ausgang zu sehen - dieses Foto machen wir aus einer der zahlreichen AB’s, die im Abstand von 25 Metern voneinander gebaut wurden, heraus.

Am Ende des Tunnels - Regen - wie legen eine kurze Rast ein.

Nachdem sich das Wetter auch nach einer halben Stunde ausharren nicht gebessert hat, entschließen wir uns dazu weiter durch den Regen zu stapfen. Noch nasser als wir sind, kann man eh nicht werden.
Wir werfen also einen Blick zurück auf das Nordportal des Silscheder Tunnels und machen uns auf den Weg in Richtung Wetter a.d. Ruhr - Dem Zielpunkt unserer Wanderung durch die drei U-Verlagerungen.

Der Blick in Richtung Wetter a.d. Ruhr.
Am Ende dieses Tages werden wir 25 Kilometer gewandert sein, uns alle eine Erkältung geholt haben und froh sein, Euch drei neue U-Verlagerungen präsentieren zu können.

P.S.: Die Strecke ist leicht zu erwandern und ist im Sommer bestimmt noch reizvoller. Gelegentlich wachsen junge Birken auf der alten Trasse, man muss schon sehr aufpassen, deren dünne Zweige nicht in die Augen zu bekommen. Olly war einmal nicht aufmerksam genug...

Wer an alten verlassenen Bahntrassen gefallen gefunden hat, dem sei die Seite Nebenbahnromantik.de von Ulrich Krämer zu empfehlen...
 

Januar 2004

www.nebenbahnromantik.de
Buchfink