U-Verlagerung “Salamander”

Auf unserer 3-tägigen Tour in Bochum im Juli 2004 suchten wir abseits der Hochbunker und LS-Stollen auch die U-Verlagerung Salamander auf.
Die U-Verlagerung Salamander war in der 600-Meter-Sohle der Schachtanlage I/II der Zeche Constantin in Bochum untergebracht und nahm eine Fläche von 200m² ein. Die Produktion ist unbekannt. Die Zeche Constantin ist mittlerweile abgerissen worden, auf dem alten Gelände befindet sich heute das Nachwuchszentrum des VfL-Bochum.

Die Zeche war eine Förderanlage für Kohle und gleichzeitig Magnesitgrube.
In der U-Verlagerung mit der laufenden Konstruktionsnummer 54, die der OT-Einsatzgruppe VII unterstand, war die Firma WEDAG (Westfalia Dinnendahl Gröppel AG) untergebracht. Diese Firma entstand 1930 aus den Firmen “Eisenhütte Westfalia”, die 1872 von Franz Dinnendahl gegründet wurde, und der 1864 gegründeten Maschinenfabrik Gröppel. Die Firma Deutz übernahm im Jahr 1969 die Mehrheitsbeteiligung an der WEDAG.

Auf dem Gelände der Zeche Constantin befanden sich außerdem zwei Zivilarbeiterlager. Eines der Lager unterstand der Gewerkschaft Bochum (Herstellercode “bxe”), das andere Lager unterstand der WEDAG und befand sich an der Verkehrsstraße in Bochum.

Im “Wichert” findet sich zur U-Verlagerung Salamander noch folgende Anmerkung: “Gesperrt für den bergbaulichen Betrieb am 18.7.1944”

Von der U-Verlagerung selber findet man verständlicherweise heute keinerlei Spuren mehr, auch ein Zugang ist ausgeschlossen. Lediglich auf dem Gelände der Zeche Constantin befinden sich noch Überreste - Industrieruinen und Stollenmundlöcher.

Fußballplatz auf dem Gelände der U-Verlagerung Salamander
Stollenmundloch
Stolleneingang
Verstürzte Strecke
Beton im Wald...

Das ehemalige Gelände der Zeche Constantin - heute Nachwuchszentrum des VfL-Bochum

Am Berghang ein verbrochenes Stollenmundloch.

Oberhalb davon ein vermauertes Stollenmundloch - auf dem nächsten Foto sieht man, dass auch dieser Stollen verbrochen ist.

Ein Foto aus dem Inneren des verbrochenen Stollens - nach circa 7 Metern geht es nicht weiter. Das Bild ist durch eines der oben zu sehenden Löcher aufgenommen worden.

Weitere kleinere Industriereste auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Constantin.

Quellen (außer Fotos):
“Decknamenverzeichnis deutscher unterirdischer Bauten”
Online-Chronik der Firma Deutz
“Das Nationalsozialistische Lagersystem”
Eigene Recherchen

Juli 2004

Salamander