U-Verlagerung “Schlammpeitzger”

In der Nähe von Königswinter wurde in einigen Stollen eines Tuffsteinbruches (Ofenkaulen) die U-Verlagerung “Schlammpeitzger” in den Berg getrieben. Hier mussten Zwangsarbeiter unter schlimmsten Umständen Einspritzpumpen für den Flugzeugmotor “BMW 801” (weitere Infos zur Einspritzpumpe: http://cip.physik.uni-wuerzburg.de/~vernalek/glc9-2106.html) herstellen. Die Produktion begann in der zweiten Hälfte des Jahres 1944. Beauftragt mit der Produktion der Einspritzpumpen wurde die Firma “Aerostahl” aus Porz nach denen die Stollen der U-Verlagerung heute noch benannt sind.
Diese Einspritzpumpen fanden unter Umständen Verwendung in der U-Verlagerung “
Meise I”, die ein Reparaturbetrieb für Flugzeuge des Typs Fw 190 war, in dem der Motor BMW 801 eingebaut wurde. Gesicherte Erkenntnisse über Lieferungen an “Meise I” liegen allerdings nicht vor.
Nach dem Krieg und der damit verbundenen Demontage der Anlage wurde versucht, diese durch britische Pioniere sprengen zu lassen. Es blieb beim Versuch - lediglich einige große Deckenteile und ein Stützpfeiler stürzten ein. In der Decke zwischen der ersten und zweiten Sohle gibt es einige größere Sprenglöcher im Stahlbetonboden.
Die Größe der U-Verlagerung “Schlammpeitzger” wird mit 4300m² angegeben. Die Größe der alten Backofensteinbrüche auf dem Areal der Ofenkaulen ist aber wesentlich mächtiger - circa 25.000m² Altbergbau ziehen sich durch den Berg. Die U-Verlagerung “Schlammpeitzger” macht da nur einen kleinen (aber hochinteressanten) Teil aus. Deswegen gibt es auch einen Komplettbericht über die Ofenkaulen und hier nur die Informationen über die U-Verlagerung “Schlammpeitzger” in geballter Form.

Klick hier oder auf das unten stehende Bild, um zu dem Bericht über die Ofenkaulen, inklusive der U-Verlagerung “Schlammpeitzger” im Aero-Stahl-Stollen, zu kommen

U-Verlagerung

Das Stollenmundloch zum Aero-Stahl-Stollen heute

 

 

Schlammpeitzger