U-Verlagerung Rebhuhn

U-Verlagerungen

U-Verlagerung, die: Abk. für Untertage-Verlagerung.
Der Begriff U-Verlagerung bezeichnet Objekte, in die im zweiten Weltkrieg Rüstungsbetriebe und andere Firmen mit militärwirtschaftlicher Wichtigkeit, bombensicher Untertage verlegt wurden.

U-Verlagerungen wurden mit Decknamen bezeichnet, dafür wurde folgendes Schema verwendet:

Gruppe 1 - U-Verlagerungen im Bergbau:
Für Schachtanlagen wurden als Tarnnamen Tiernamen (Dachs, Eber, Labrador, Löwe, Maultier, Ratte...) verwendet.
Für Stollenanlagen wurden Fischnamen und Reptiliennamen (
Schlammpeitzger, Forelle, Hecht, Lachs, Salamander...) als Decknamen gebraucht.

Gruppe 2 - U-Verlagerungen in Tunneln:
Eisenbahn und Strassentunnel wurden mit Vogelnamen (
Rebhuhn, Falke, Meise I, Goldammer, Dompfaff, Spatz Kauz, Buchfink...) bezeichnet.

Gruppe 3 - U-Verlagerungen in Festungswerken:
Als Tarnnamen wurden Bezeichnungen aus dem Pflanzenreich (Walnuss, Schachtelhalm, Ginster...) genommen.

Gruppe 4 - U-Verlagerungen in natürliche Höhlen:
Hier wurden numismatische Bezeichnungen verwandt (
Ör, Krone, Taler, Heller....)

Gruppe 5 - Für U-Verlagerungen zu erstellende Neubauten:
Für Neubauten von Stollenanlagen wurden Namen aus der Gesteinskunde (
Zeolith, Eisenkies, Anhydrit, Malachit, Laterit) verwendet.

Gruppe 6 - Sonderbaumaßnahmen von U-Verlagerungen (Führerhauptquartier, U-Bootbunker etc.):
Hier wurden Vornamen (Diana, Nanni, Richard, Rita, Valentin) vergeben.

Weiterhin gab es ein eigenes Bezeichnungsschema für Ölanlagen und chemische Anlagen:
Schwalbe I - VIII:
DhD (Dehydrieranlage) auf Steinkohlenteer Basis
Kuckuck I und II: Iso-octan- und Polymerisationsanlage (DhD - Dehydrieranlage)
Dachs I - IX: Schmierölanlage zur Verarbeitung von Rückständen der Erdöldestillation
Taube I und II: Krackanlage zur Verarbeitung von Rohöl oder zum Kracken von Ofenrückständen
Ofen I - XLI: Verlagerte Kleindestillieranlagen (Dispersed distillations plant)
Rost I - VI: Sammeldestillieranlagen, Umbau von Dampfkesselanlagen in stillgelegten Fabriken
Jakob I: Einfache Destillieranlage in Verbindung mit den Anlage “Ofen V - VIII” in “Taube II”
Meise: Katalytische Krackanlagen
Wüste I - XV: Anlagen zur Ölschieferverschwelung
Lack I - IX: Ligroin- oder Lackbenzinalnlagen für das Vorhaben “Lack auf Gasbasis”
Molch I - VI: Roh-Bi-Öl bzw. Roh-Di-Öl-Anlagen

(Quelle: “Decknamenverzeichnis deutscher unterirdischer Bauten des zweiten Weltkrieges”, Hans Walter Wichert)

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