Bergmännische und Geologische Fachbegriffe
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Aak, Aake
ehemaliger Kahn mit Segel zum Transport der Steinkohlen auf der Ruhr
(Maße der Ruhraake: Länge: 30 Meter, Breite: 5 Meter, Tauchtiefe bei voller Beladung von 175 Tonnen Kohle: 1 Meter)
Aack, Aackeltruff, Aackeldrucht
Stollen oder Graben zur Ableitung des in die Grubenräume eindringenden Wassers
Aalskuhle
plumpskloartige Sickergrube der Revierantike
Abbau
Bergmännische Tätigkeit zur Gewinnung von Bodenschätzen, z. B. Steinkohle, Braunkohle, Mineralien
Abbaufortschritt
Fortschritt eines Gewinnungsbetriebes in Abbaurichtung (wird in Metern gemessen)
Abbaufront
Kohlenstoß
Abbauhammer
mit Pressluft betriebenes Werkzeug der Bergleute zum Abbau der Kohlen und Erze
Abbauhöhe
1. aufgeschlossener, für den Abbau vorgesehener Flözteil zwischen zwei Abbaustrecken
2. flache Bauhöhe; im Einfallen gemessene Länge eines Abbaus
3. seigere Bauhöhe; senkrechter Abstand zwischen den Abbaustrecken eines Abbaus
Abbaukuhle
brunnen- oder grabenartige Vertiefung im Gelände in der die Kohle oder andere Mineralien gewonnen wurden
Abbau mit breitem Blick
Weiterentwicklung des Stoßbaus durch Fortfall der Zwischenörter: damit Schaffung einer parallelen, breiten Abbaufront (Übergang zum heutigen Strebbau)
Abbaustoß
Gewinnungsstelle
Abbaustrecke
Strecke, welche den Abbau begleitet
abdämmen
einen Grubenbau (wie Stollen, Stecke...) zum Schutz vor Feuer, Wasser oder Gas verschließen
abfangen
das Herunterbrechen lockerer Gesteinsstücke verhindern (Ausbau)
abgelatscht
nach einer längeren körperlichen anstrengenden Arbeit (Schicht) völlig erschöpft sein
abgewähren
Besitzübertragung im Berggegenbuch vermerken
Abhaue, Abhauen
im Flöz abfallend hergestellter Grubenbau
abhauen
anderes Wort für abbauen, abschlagen (mit der Keilhaue o.Ä.)
Abkehr, abkehren
Ausscheiden aus einem Bergbaubetrieb
abknebeln, abkuppeln
Förderwagen, Loren, Waggons und Hunte voneinander trennen (entkuppeln)
ableuchten
den Methangehalt der Grubenwetter mit der Wetterlampe messen
Abnahme
Feststellung der erbrachten Leistung vor Ort
Abnehmer
Bergmann am Schacht, der früher die Kübel vom Seil nahm und leerte, später die Förderwagen vom Schachtförderkorb abzog
Abriss
Riss
Absatz
Verkauf von Bergbauprodukten
absaufen
Stollen oder Schacht, der mit Wasser volläuft, ersaufen eines Grubenbaus
Abschlag
1. Teilzahlung, Ratenzahlung, Lohnvorauszahlung
2. der durch Sprengen gelöste Teil des Gebirges
absenken
Schacht, Blindschacht oder Bohrloch teufen (senkrecht)
Abspliss
kleiner, abgetrennter Teil des verliehenen Grubenfeldes
Abteilung
1. früher: Bereich zwischen zwei Sohlen
2. heute: Bereich zwischen den jeweiligen Abteilungsquerschlägen, senkrecht durchgehend auf alle Sohlen
abteufen
einen Schacht oder Bohrloch von oben nach unten herstellen (seiger oder tonnlägig)
abtreiben
lose Gesteinsstücke aus dem Gebirgsverband lösen
abwerfen
außer Betrieb setzen von Grubenbauen, ein Bergwerk aufgeben
Abwetter
verbrauchte Luft, die durch den Wetterschacht nach außen geleitet wird
Accidenz
Nebeneinkünfte
Ader
Begriff aus dem Erzbergbau: Flöz
Adit
Aak
Airbreaker
Sprengen mit Luft (500 - 600 atü)
Akzise
Verbrauchssteuer wie Binnenzoll oder Verkehrszoll
allochthon
Gesteine und Kohlen, die nicht an ihrem Entstehungsort liegen
Alter Mann
verlassener, abgesperrter, aufgegebener, versetzter oder zu Bruch geworfener Grubenbau
Anbruch
eine durch bergmännischen Betrieb aufgefundene Masse nutzbarer Mineralien
anfahren
1. sich zum Arbeitsplatz unter Tage begeben
2. planmäßiges oder unerwartetes Erreichen eines bestimmten Punktes unter Tage (z.B. anfahren eines alten Grubenbaues)
anknebeln, ankuppeln
Förderwagen, Waggons miteinander verbinden
anlegen
einstellen, in einem Bergwerk Arbeit finden
Anschläger, anschlagen
anhängen der Fördergefäße am Schacht und Signalgebung zum hochziehen
Anschlag
Einmündung eines söhligen Grubenbaus (Stollen oder Strecke) im Schacht
Anschnitt
die monatlich der Bergbehörde für jedes Bergwerk zu erstattende Kostenrechnung (der Ausdruck kommt ursprünglich von: Kerbholz anschneiden)
Anschlussbergwerk
Bergwerk, das im unverritzten Nachbarfeld einer Zeche unter Ausnutzung der vorhandenen Grubenbaue und technischen Einrichtungen zur Erweiterung oder Ergänzung der Lagerstätte errichtet wird
ansetzten
mit dem Bau eines Schachtes oder Stollens beginnen, erster Arbeitsschritt
anstehen
in einem Bergwerk vorhandene Kohle (Kohlen stehen an)
Anteil
Mitbesitz an einem Bergwerk (Kux)
Anthrazit
Steinkohle mit weniger als 10% flüchtigen Bestandteilen
Arschleder
Lederschutz zum umschnallen für das Gesäß
Asche
Geld, Lohn
aufbauen, Aufbauung
anderes Wort für "aufwältigen" - Grubenbaue wiederherstellen
Aufbereitung
Behandlung bergbaulicher Rohstoffe: Trennung der Kohlen und Erze vom Nebengestein und Sortierung nach Größen sowie die Zerkleinerung und Klassierung des Förderguts
aufbrechen
einen Schacht von unten nach oben herstellen (Gegenteil von Teufen)
Aufbruch
Blindschacht, der von unten nach oben erbaut wurde (Gegenteil von Gesenk)
auffahren
Grubenraum herstellen, graben
aufhauen
der Einfallsrichtung folgender Grubenbau im Flöz, meist in Richtung Tagesoberfläche
Aufhaue, Aufhauen
im Flöz nach oben führender Grubenbau
auflassen
ein Bergwerk oder eine Grube aufgeben
auf Raub bauen
gesetzwidriger (räuberischer) Bergbau, ohne Bergfesten stehen zu lassen und ohne Verfüllung der Hohlräume mit Versatz
aufsäubern
einen Grubenbau von Schlamm und Verbruchmaterial befreien
Aufschieber
1. Bergmann, welcher am Schacht die Förderwagen schiebt
2. maschinelle Einrichtung, welche dem selben Zweck dient
Aufschlagwasser
Wasser ,welches zum Betrieb der Maschinen benötigt wurde
Aufschluss, aufschließen
herstellen des Zugangs zur Lagerstätte durch Grubenbaue der Ausrichtung
Aufstand
amtliche Zustandsbeschreibung eines Bergwerkes
aufwältigen
verbrochene oder verfüllte Grubenräume wie Stollen wieder benutzbar machen
aufziehen
aufwältigen von einem Schacht
augenscheinlich machen
Lagerstätte zur Fundbesichtigung freilegen
Augenscheinnahme
Fundbesichtigung durch Bergbeamte
Ausbau
1. Vorrichtungen zum offenhalten bergmännischer Hohlräume
2. Sicherung gegen Steinfall
ausbauen
Ausbau einbringen, Grubenräume abstützen
Ausbeute
Gewinn eines Bergwerkes
ausbeuten
eine Lagerstätte wie Ader oder Flöz abbauen
Ausbiss
ein Erzgang oder Kohlenflöz, der an die Erdoberfläche austritt
(z.B. Flöz Geitling 3 im Tagebau Dünkelberg bei Witten)
Ausbruch
Haufwerk, welches beim Herstellen von Grubenräumen anfällt (Abraum)
ausfahren
ein Bergwerk verlassen, von untertage nach übertage ausfahren
Ausgehendes
Flözbeginn an der Tagesoberfläche oder unterhalb einer dünnen, überdeckenden Schicht des Quartärs
auskeilen
Abnehmen der Mächtigkeit bis zum völligen Verschwinden eines Flözes oder einer Gesteinsschicht
Ausklauber, ausklauben
1. Erzbergbau: Auslese von Erzstücken und anderen verwertbaren Mineralien aus dem Bergegut
2. Steinkohlenbergbau: Tagearbeiter, der das taube Gestein aus der Förderkohle heraussucht
auskohlen
einen aufgeschlossenen Flözabschnitt abbauen
auslaufen
1. aus einem Bunker oder anderem Kohlenspeicher unbeabsichtigt heraustretendes Fördergut
2. aus dem geneigt gelagerten und aufgeschlossenen Flöz sich plötzlich unbeabsichtigt lösende Kohlenmenge
Auslenken, auslenken
1. Umfahrung herstellen
2. Abzweigung im Stollen oder Strecke (Auslenke)
ausrauben
Einbauten und Ausbauten aus einem stillgelegten Bergwerk entfernen
Ausrichtung, ausrichten
herstellen von Grubenbauen zur Erschließung einer Lagerstätte für den Abbau
Ausstand
1. Arbeitseinstellung, letzter Arbeitstag
2. Streik
ausstreichen
ein Flöz streicht bis an die Erdoberfläche, tritt zu Tage
ausziehend
aus der Grube nach über Tage ziehende Luft (verbrauchte Luft, matte Wetter)
Ausziehschacht
Abwetteröffnung einer Grube mit über Tage befindlichem Ventilator
Azurit
Kupfermineral
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backende Kohle
Kohle, die zum Verkoken geeignet ist (vornehmlich Fettkohle)
Bahn
1. Teil der Kopfstrecke im Strebbereich, steile Lagerung
2. Schienengestänge
Bahnknapp
im steilen Streb Gewinnungsknapp unterhalb der Kopfstrecke
Balancier
zwischen Pumpengestänge und Kolbenstange befindlicher Schwingarm bei frühen Dampfmaschinen (Teil der Wasserhaltung)
(Ein schönes Beispiel findet man im Haseschacht, Osnabrück)
Bandfahrung
untertägiger Personentransport auf Laufbändern um die Fahrungszeit zwischen Schacht und Arbeitsplatz zu verkürzen
Bandstraße
untertägige Förderbänder für den Kohlentransport zum Füllort
Bank, Banck
1. früher: Flöz, Lager
2. heute: Flözteil (Oberbank, Unterbank)
bankeben
parallel zur Ebene der Lagerstätte, Gegenteil von bankrecht
bankrecht
rechtwinklig zum Liegenden und Hangenden in einer Lagerstätte, Gegenteil von bankeben
Bau
1. Ausbaueinheit, ein mit Stempeln und Kappen abgestützter Stollen oder Streb
2. bergmännisch hergestellter Grubenraum
bauen
1. ausbauen
2. Bergbau betreiben
Baufeld
für den Abbau bestimmter untertägiger Bereich eines Grubenfeldes
Baugrenze
Grenze des Abbaus (z.B. an einer Störung oder an der Markscheide)
Bauhöhe
Abbauhöhe, meist gemessen an der Flözstärke
Baulänge
in einem Baufeld gewinnbarer Teil eines Flözes
Bausohle
Sohle, Tiefbausohle
Baut
Grenze eines adligen Besitzes
Bauwürdigkeit
mit wirtschaftlichem Erfolg gewinnbare Lagerstätte (Gegenteil = Unbauwürdigkeit)
befahrbar
für Menschen zugänglicher untertägiger Raum (Stollen, Streb, Halle...)
Befahrung, befahren
Besichtigung eines Bergwerks oder Teile desselben
befangen
anderes Wort für anfangen (die Arbeit befangen)
BeGrB
Berggrundbuch
Beilehen, Beilehn
mit einem anderen Grubenfeld besitzmäßig verbundenes, aber zusätzlich verliehenes Grubenfeld
Belehnung, belehnen
das preußische Bergamt verleiht das Abbaurecht auf Kohlen oder Erze in einem bestimmten Bereich
Berechtsame
Nutzungsrecht, Bergwerkseigentum
bereißen
lockeres Gestein entfernen
Berg
geneigte Strecke in einer Lagerstätte oder im Gestein
Bergakademie
höhere Lehranstalt zur bergmännischen Ausbildung
Bergamt
1. untere Instanz der Bergbehörde (im Ruhrrevier von 1737 bis 1861 und von 1942 bis heute)
2. Unterhaltungspause der Bergleute
Bergbau
untertägige Gewinnung von Mineralien
Bergbaufreiheit
Bergfreiheit
Bergbaulustiger, Bergbauliebhaber
Jemand, der Bergbau betreiben möchte (oft Bauunternehmer o.Ä.)
Bergbehörde
Behörde zur Beaufsichtigung der Bergbaubetriebe
Bergbote
Bote zur Überbringung von Daten über die Ausbeute, oder zur Abholung der Zubuße an die oder von den Gewerken
Bergbücher
von der Bergbehörde geführte Nachweise über Besitz-, Betriebs-, Vermögens- und Abgabenverhältnisse aller Bergwerke. Laut Cleve-Märkischer Bergordnung gab es folgende Bücher:
1. Schürfbuch
2. Mutbuch, Verleihbuch, Bestätigungsbuch
3. Fristenbuch, Nachlassungsbuch
4. Vertragebuch
5. Recessbuch
6. Gegenbuch
7. Handlungsbuch (Protokolle)
Heutzutage gibt es noch das Zechenbuch, das früher Handlungsbuch hieß
Bergdienstbarkeit
Beschränkung in einer Berechtsame zugunsten Fremder
Berge
taubes, loses Gestein (Nebengestein) - Nutzlos für die Zeche
Bergebunker
Grubenbau, der zur Aufnahme, Speicherung und Verladung von größeren Bergemengen dient
Bergeisen
Meißel mit Stiel (Gezähe des Bergmanns)
Bergekasten
mit Berge gefüllter Holzkasten
Bergeklauber
Arbeiter, der am Leseband oder an der Lesescheibe das Fördergut von unerwünschten Materialien befreit beziehungsweise Diese aussortiert
Bergeleve
Aspirant des Bergfachs nach dem Studium (heute: Bergreferendar)
Bergehalde
übertägige Anschüttung von Abraum und tauben Gestein
Bergemittel
Gesteinsstreifen und Verunreinigungen in einem Flöz
Bergeversatz
1. Verfüllung bergmännisch geschaffener Hohlräume mit tauben Gestein
2. das Versatzmaterial (taubes Gestein in diesem Falle) selbst
bergfertig
durch Alter oder Krankheit zur Bergarbeit unfähiger Bergarbeiter
Bergfeste, Bergveste
1. Schutzbereich im Grubenfeld, in dem aus Rücksicht auf über Tage befindliche Bauwerke und Einrichtungen, einzelne Grubenbaue oder angrenzende Bergwerke nicht oder nur unter besonderen Bedingungen abgebaut werden darf
2. in der Lagerstätte in oder zwischen Abbauräumen stehen bleibender Lagerstättenteil, der den Zusammenhang des Gebirges gewährleisten, Bewegungen der Hangschichten verhüten und damit den Abbauraum schützen soll
3. meist vorübergehend stehen bleibender Teil des Gebirges um andere Betriebsbereiche zu schützen (z.B. in einem tieferzuteufenden Schacht als Schutz vor dem oberhalb weiter durchgeführten Förderbetrieb
bergfrei
noch nicht verliehen, oder Belehnung aufgehoben
Bergfreiheit
1. die Gesamtheit der Privilegien im Bergbau, auch Schürffreiheit und Freizügigkeit der Bergleute
2. an Bergbauorte verliehene Privilegien
bergfremd
Unerfahren im Bergbau
Berggefälle
Gefälle, steil nach unten fallend
Berggegenbuch
beim Bergamt geführtes Verzeichnis des Bergwerkseigentums, der Gewerken und ihrer Bergwerksanteile
Berggericht
staatliches Gericht, welches sich ausschließlich um bergbauliche Angelegenheiten kümmert
Berggeschworener
vereidigter Bergbeamter mit Aufsichtsfunktion im Bergwerk
Berggewerkschaftskasse
von den Bergbauunternehmen ins Leben gerufene Bergbau-Hilfskasse, diese diente zu gemeinsamen Zwecken wie Ausbildung usw.
Berggrundbuch
beim Amtsgericht geführtes Verzeichnis über die Bergwerke, ihre Eigentümer und die Feldesgrößen
Berghauptmann
Amtsbezeichnung eines ranghohen Bergbeamten
Bergkittel
Tracht der Bergleute (Habit)
Bergknappe
1. früher: der Bergmann allgemein (kommt von Bergknabe)
2. ehemaliger Berglehrling nach dreijähriger Ausbildung und bestandener Prüfung
Bergleder
Arschleder, Gesäßschutz des Bergmanns aus Leder
Bergmeister
gewählter oder vom Landesfürsten eingesetzter Leiter eines Bergreviers
Bergordnung
Gesetzliche Regelung des Bergwesens vor der Bergrechtsreform in Preußen 1865
Bergregal
landesherrliches Verfügungsrecht über die nutzbaren Mineralien
Bergrevier
dem Oberbergamt unterstellter Bereich zur Inspektion
Bergschaden
übertägiger Schaden bedingt durch Bergbau (z.B. Senkung der Erdoberfläche)
Bergschreiber
Beamter zur Führung der Bergbücher in früherer Zeit
Bergschule
Fachhochschule für Bergwesen
Bergtheil
Anteil an einem Bergwerk (Kux)
Bergvogt
hoher Bergbeamter
Bergwerk
Zeche
Bergzehnt
Abgaben des Bergwerksbetreibers an den Regalbesitzer
Berieselung
Befeuchtung des untertage abgelagerten Kohlenstaubs mit Wasser zur Verhütung von Explosionen und Bränden
Besatz
Verschluß von Sprengbohrlöchern mit Dämmmaterial
besetzen
abdichten, Bohrlöcher mit Besatz verschließen
Bethaus
Gebäude, Kaue, Anfahrstube, in der die Anwesenheit festgestellt und auch (meist vor der Schicht) gebetet wurde
(ein gut erhaltenes Bethaus befindet sich im Muttental bei Witten)
Betriebsplan
vom Bergwerksbesitzer für jedes Jahr zu erstellender und von der Bergbehörde zu genehmigender Arbeitsplan
Betriebspunkt
Arbeitsplatz im Untertagebetrieb, an dem bergmännische Arbeiten durchgeführt werden
Betschicht
Andacht der Bergmänner vor der Anfahrt (im Bethaus)
betuppen
jemanden übers Ohr hauen, betrügen
Bewetterung
Versorgung der Gruben mit Frischluft
Bierschicht
wegen Feierns (Bier saufen) nicht verfahrene Schicht
Binge
anderes Wort für Pinge
Blackband
Kohleneisenstein (englisch: black band)
Bläser
aus einer Kluft unter Druck austretendes Grubengas
Blasversatz
Hohlraumverfüllung, die Berge werden mittels Druckluft in den abgebauten Stollen geblasen
Blasversatzmaschine
maschinelle Einrichtung zum Einschleusen des Blasversatzgutes in die Blasversatzrohrleitung ohne wesentlichen Druckluftverlust
Bleiglanz
Galenit, oft Silberhaltig (PbS)
Blind
ohne Tagesöffnung oder Durchbruch, in etwa wie Sackgasse über Tage
Blindort
hinter dem Streb mitgeführte Strecke zur Gewinnung von Versatzbergen
Blindortversatz
Versetzen des ausgekohlten Strebraumes mit dem in den Blindörtern herein gewonnenen Versatzbergen
Blindschacht
nicht zu Tage ausgehender Schacht innerhalb eines Bergwerkes
Blindstollen
im Nichts endender Stollen ohne Flügelörter oder anderen Abzweigungen
(meist Versuchsstollen)
Blume
Verwitterungszone eines Flözes am Ausgehenden
(bekannteste Blumen sind Eiszapfen im ansonsten wärmeren Stollen)
Bobine
Seiltrommel für bandförmige, flache Förderseile
böse Wetter
gefährliche Luft unter Tage
Bohnerz
toniges Brauneisenstein in Geröllform mit einer Größe von Erbsen oder Bohnen
(Bohnerz wurde in der Kreidezeit unmittelbar über dem Karbon abgelagert
Bohrhammer
Schlagbohrmaschine zum Herstellen von Sprengbohrlöchern (der Bohrhammer wurde meistens mit Druckluft betrieben)
Bohrlochpfeife
nach dem Sprengen stehengebliebener Teil des Bohrloches
Bohrwagen
Kettenfahrzeug zum setzen von Bohrlöchern im Streckenvortrieb
Bolzen
Distanzelemente aus Holz oder Stahl zur Sicherung der Einzelbaue in Strecken gegen Schubwirkung in Sreckenrichtung
Brandschiefer
Verwachsung von Kohle und mineralischen Beimengungen
Brauneisenstein
Limonit, Eisenmineral
Brechholz
früher Anwendung im Flözstreckenvortrieb:
Die an beiden Streckenrändern geschlagenen Brechhölzer (bestehend aus je einer Kappe am Hangenden und Liegenden sowie Stempeln links und rechts) bewirkten, dass das Flözhangende und Flözliegende nur in der Breite des Streckenquerschnitts hereingesprengt wurde
breiter Blick
Abbau mit breitem Blick
Bremsberg
geneigter Grubenbau zum Abfördern der Förderwagen, auch übertage in Steinbrüchen zu finden
Bremser
Bergmann, der in der Bremskammer (Hornstatt) die Bremseinrichtung oder einen Haspel betätigt
Brikett
zur Verheizung gepreßter Block bestehend aus Feinkohle und Pech
Brikettfabrik
Anlage zur Herstellung von Briketts aus Feinkohlen und Bindemittel
Bruch
planmäßig oder unplanmäßig zerstörter Grubenraum
Bruchbau
planmäßiges Zubruchwerfen der Hangenden im abgebauten Teil eines Strebes
Bruchort
Eingefallene Strecke oder Stollen
Brüchte
vom Grundherren verhängtes Strafgeld
Brückenfeld
Ausbau an Abzweigungen von Strecken
Büchsengeld, Büchsenpfennig
Abgabe der Bergleute an die Knappschaftskasse
Büchsenschicht
Schicht zugunsten der Knappschaftskasse
Bühne
1. Arbeitsplattform (in Schächten schwebende maschinell bewegte Bühne, in horizontalen Grubenbauten überwiegend fest eingerichtet)
2. Bühne zum Schutz gegen herabfallende Gegenstände
Bühnloch
Vertiefung in der Sohle oder im Stoß eines Grubenbaus, in die der Fuß eines Stempels oder das Ende eines Trägers eingelassen wird
Bütterken
Pausenbrot, Stulle
Bunker
Lagerstätte mit Verladeeinrichtung für das Fördergut (untertage und übertage)
Bule
im frühen Erzbergbau genutzter Wassersack aus Tierfellen
buttern
Essenspause des Bergmanns unter Tage
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caducieren
Kuxe wegen nicht gezahlter Abgaben amtlich für verfallen erklären
Chromeisenerz
Chromit
Coaks
Koks (aus dem englischen)
Colbank, Colbanck, Kolbank
alter Begriff für Kohlenflöz
concedieren
Bergwerksverleihung, ein Bergwerk verleihen
Confirmation
Bestätigung einer oder mehrerer von der Bergbehörde erteilten Verleihungen durch den Landesherren
Consolidation
Konsolidation
Consorte, Konsorte
Mitbesitzer am Bergwerkseigentum
Cubikfuß
altes Raummaß (1 Cubikfuß = 0,0309 m³)
Cuvelage
wasserdichter Schachtausbau
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Dach
geologische Schichten über dem Flöz
Dachschichten
Hangendes
Dammerde
Deckschicht über Erzlagern nahe der Erzoberfläche
Dampfkabel
dampfbetriebene Schachtwinde zur Lastenförderung oder zum bewegen von Bühnen
DBB
früherer Name einer Dortmunder Brauerei, Dortmunder Bergmann Brauerei
(heute DAB, Dortmunder Aktien Brauerei)
Debit, debitieren
Verkauf von Bergwerksprodukten
Deckgebirge
Gebirge unmittelbar unter der Erdoberfläche, in dem keine abbauwürdigen Flöze vorkommen
Debutat, Debutatkohlen
Kohlen, die der Bergmann zum Eigenverbrauch erhält
Deutscher Türstock
Türstock (Stollenausbau) mit Verblattung von Stempeln und Kappe gegen Stoßdruck (Seitendruck)
Devon
Zeitepoche der Erdgeschichte, zwischen Silur und Karbon (vor ca. 400 Millionen Jahren)
Dez
Kopf
Direktionsbetrieb
im märkischen / preußischen Zuständigkeitsbereich ab 1766 Übernahme der Leitung der Bergwerke durch die staatliche Bergaufsicht. Den Bergwerksbesitzern wurde im Grundsatz nur noch zugebilligt, Betriebsgewinne in Form von Ausbeuten zu kassieren;
Betriebsverluste mussten durch Zubußen ausgeglichen werden. Rechtlich wurde das Direktionsprinzip 1865 durch das Inkrafttreten des Allgemeinen Preußischen Berggesetzes beendet, praktisch jedoch bereits in den 1840er Jahren durch die allgemein einsetzende wirtschaftliche Liberalisierung
Diskordanz
die nicht parallele Aufeinanderfolge von Gesteinsschichten
DKBL
Deutsche Kohlenbergbau-Leitung
1974 durch Anordnung der britischen und amerikanischen Militärregierungen gebildete Körperschaft zur Leitung sämtlicher Bergwerke aller westdeutschen Reviere. (Braun,- und Steinkohle) Die DKBL wurde 1953 liquidiert
Döppen
Augen
Dohnlage, Dohnlege
anderes Wort für tonnlägig
Drittel
Teilung des 24-stündigen Tages in drei Drittel zu je 8 Stunden
(Der Bergwerksbetrieb läuft Tag und Nacht in drei Schichten)
Drucksatz
Pumpensatz einer Gestängewasserhaltung im Schacht
(bestehend aus Antriebsgestänge, Antriebszylinder, Kolben und Leitung)
Drückung
Verdrückung
Düppe
Helm
Dubbel
mit Wurst oder Käse belegte halbe Brotscheiben, welche aufeinander gelegt werden
dubbeln
Essenspause (über Tage)
durabel
alter Ausdruck für lange haltbar (ausdauernd)
durchbauen
den ursprünglichen Querschnitt eines verdrückten Grubenraumes wiederherstellen
durchfahren, durchhauen
siehe ein Schlagwort weiter (durchörtern)
durchörtern
einen Stollen oder eine Strecke durch die Gebirgsschichten und Gebirgsstörungen vortreiben
Durchschlag, durchschlägig werden
1. Verbindung zweier Grubenräume
2. Treffpunkt von aufeinander zuarbeitenden Stollenvortriebe
3. Eisenbahntunnel, der die andere Seite des Berges erreicht hat
Edelmetall, Erze der Edelmetalle
Edelmetalle oxidieren nicht an der Luft und gehen nur schwer chemische Verbindungen ein. Zu den Edelmetallen gehören Gold, Silber, Rotgültig, Argenit und Platin
Edler Gang
reichhaltiger Erzgang
Eigenlehner, Eigenlöhner
selbstständiger Bergmann mit einer eigenen kleinen Grube
Einbauten
alle Einrichtungen in unterirdischen Räumen (Fahrten, Spurlatten, Öfen, Wetterhaltung, Ausbauten, Wasserhaltung, Huntsgestänge, Beleuchtung, Bühnen, Kräne usw...)
Einbruch
1. durch Sprengung herausgelöster erster Teil aus der Ortsbrust, damit die nachfolgenden Sprengladungen in einen freien Raum wirken können
2. Herstellen eines Schlitzes im Kohlenstoß, um die Kohle zu entspannen
3. örtliche Absenkung der Erdoberfläche (Tagesbruch)
einfahren
Stolleneinfahrt oder Schachteinfahrt zum Arbeitsbeginn
Einfahrer
Aufsichtsbeamter des Bergamts, welcher die Bergwerke befährt und die Sicherheit überwacht
Einfallen
Neigung eines Flözes oder einer anderen geologischen Schicht gegen die Waagerechte
einhängen
Material und Versatzberge nach untertage fördern
einmännisch
Arbeiten, die von einem Bergmann durchgeführt werden (z.B. bohren)
einschichtig
nur eine Schicht pro Tag, einschichtiger Betrieb
Einspänner
allein arbeitender Bergmann in einer Grube (Eigenlehner, Eigenlöhner)
Einstrich
im Schacht horizontal eingebrachter Träger aus Stahl oder Holz, an dem die Spurlatten befestigt sind
einziehend
von über Tage in die Grube ziehende frische Luft
Eisen
1. anderes Wort für Bergeisen
2. nach Verhütung gewonnenes Metall bestehend aus Eisenerzen wie Hämatit, Siderit, Magnetit und Limonit
Eisenmetall, Erze der Eisenmetalle
Hämatit, Siderit, Magnetit und Limonit
Eiserner Hut
Oxydationszone einer Erzlagerstätte, die oberhalb vom Grundwasserspiegel liegt
entblößen
freilegen eines Flözes
Entrepreneur
Unternehmer, meist Bezeichnung für die Fuhrunternehmer
Erbkux
dem Landesherren, der Kirche oder den Armen zustehender Bergwerksanteil mit Ausbeutebeteiligung, jedoch ohne Zubußeverpflichtung. Der Erbkux war vererbbar
Erbstollen
Hauptstollen, der von einer möglichst tiefen Stelle aus ins Gebirge getrieben wurde. Der Erbstollen diente zur Entwässerung und Bewetterung von gleichzeitig mehreren Zechen. Seine Besitzanteile wurden von einer Generation an die Nächste vererbt. Alle an den Erbstollen angeschlossenen Bergwerke zahlten an den Betreiber eine Abgabe (das Stollenneuntel)
(der längste Erbstollen in NRW befindet sich zwischen Wetter und Wuppertal. Er hat eine Länge von über 15 Kilometern und heißt "Schlebuscher Erbstollen")
Erbstollengerechtigkeit
verliehenes Erbstollenrecht
Erbteufe
von der waagerechten Erdoberfläche mindestens zehn Lachter und eine Handspanne seiger bis zu Wasserseige des Erbstollens reichende Teufe (21 Meter)
erfrischen
Verbesserung der Wetter durch Beimengen von Frischluft
erschließen
eine Lagerstätte zugänglich machen (Strecken und Stollen zum Flöz auffahren)
erschroten
einen Wasserzufluss anfahren oder erbohren
erschürfen
nach Bodenschätzen graben
ersinken
anderer Ausdruck für teufen
es brennt
Warnruf des Schießmeisters unmittelbar vor der Sprengung
Esskohle
Kohlenflöze des mittleren Oberkarbons mit 91 - 93 % Kohlenstoffanteil und 12 - 19 % flüchtigen Bestandteilen (Esskohle kommt besonders in der Wittener Schicht im Muttental vor)
ewige Teufe
Verleihung eines Grubenfeldes ohne Begrenzung nach unten
Erz
Mineralgemenge mit nutzbarem Metallgehalt
(Es gibt 66 verschiedene Erzmetalle wie Chromit, Wolframit, Wulfenit, Pentlandit, Garnierit, Skutterudit, Vandadinit, Titanit usw.)
Erzscheiden
das gute Erz vom tauben Gestein absondern
Erzwäsche
säubern der gewonnenen Erze von Lehm in Trögen, Gerinnen, Herden und in Bächen
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Faden
altes Längenmaß (1,88 Meter)
Fäustel
schwerer Handhammer mit zwei Schlagflächen
fahrbar
befahrbar, begehbar
Fahrbuch
Notizbuch der Bergrevierbeamten und Zechenaufsichtspersonal für Eintragungen bei Befahrungen
Fahrdrahtlokomotive
Grubenbahn mit elektrischer Oberleitung, besonders oft in Stollen zu finden (Püsselbürener Förderstollen, Ibbenbüren)
fahren
mit fahren bezeichnet der Bergmann das Fortbewegen unter Tage
Fahrhauer
Aufsichtführender, heute angestellter Bergmann
Fahrkunst
Vorrichtung zum Ein- und Ausstieg der Bergmänner am Schacht (erfunden im Jahre 1833 im Oberharz)
Fahrleder
anderes Wort für Arschleder
Fahrschacht, Fahrtrum
1. früher: nur zur Fahrung dienender Schacht mit geringen Abmessungen
2. im Schacht oder im Blindschacht mit Fahrten versehener und abgetrennter Teil
Fahrsteiger
höherer Zechenangestellter, meist zuständig für mehrere Reviere
Fahrstock
von Aufsichtspersonen zur Fahrung benutzter Handstock, häufig mit als Häckel ausgebildeter Krücke und Dezimetereinteilung
Fahrt, Fahrte
Leiter aus Holz oder Metall
Fahrtrumm
Teil eines Schachtes, in dem die Fahrten befestigt sind
Fahrung, fahren
Fortbewegung unter Tage, egal ob zu Fuß oder mit Beförderungsmitteln wie Bänder, Grubenbahn o. Ä.
fallend
anderes Wort für Einfallen
Falltreppe
in Schächten eingebaute, nicht mechanische Abwärtsfördereinrichtung mit wechselseitig angebrachten Bühnen zum Abbremsen der hineingestürzten Versatzberge
Fangschienen
Absicherung beim Streckenvortrieb der nach der Sprengarbeit noch nicht ausgebauten Ortsfirste mit Hilfe von zwei ca. Fünf Meter langen Schienen, die an den Kappen der letzten Baue befestigt sind
Fass
altes Raummaß (0,075 Tonnen)
Fehlschicht
nicht verfahrende Schicht
feiern
nicht Arbeiten
Feierschicht
nicht verfahrende, unbezahlte Schicht
Erst nach der Gründung der Ruhrkohle AG im Jahre 1969 wurden die Feierschichten bezahlt und wenig später durch andere Regelungen wie zum Beispiel der Kurzarbeit ersetzt
Feinkohle
Kohle mit einer Korngröße unter 2 Millimetern
Feld
vermessender Bereich eines untertägigen Grubenfeldes (Abbaufeld, Längenfeld, Fahrfeld, Gewinnungsfeld, Geviertfeld, Förderfeld...)
Feldesstreckung
die Größe und Lage eines vom Muter gewünschten und beantragten Feldes
Feldgestänge
übertägige Kraftübertragung vom Kunstrad zum Kunstschacht für den Antrieb der Fördereinrichtung oder Pumpenanlage
Feldort
1. Untersuchungsstrecke
2. Ende vom Stollen oder der Strecke
Feldwärtsbau
Abbau vom Beginn des Abbaubereiches mit gleichzeitiger Auffahrung der Abbaustrecken bis zur Abbaugrenze
Fettkohle
Kohlenflöze des mittleren Oberkarbons mit 86 - 90 % Kohlenstoffanteil und 19 - 28 % flüchtigen Bestandteilen (Fettkohle ist besonders zur Erzeugung von Koks geeignet)
Feuermann
in nasse Kleidung gehüllter Bergmann, der früher mit brennender Lunte Grubengas abflammte
Feuermaschine
Dampfmaschine
Fimmel
starker Eisenkeil
Firste
obere Begrenzung eines Grubenbaus, Stollendecke
Firstenbau
Abbaumethode über Kopf von Erzen
Fiskus
Staatskasse
flach
horizontal bis mäßig geneigt (Flöz, Lagerstätte, Ader)
flache Bauhöhe
kürzester Abstand zwischen den Abbaustrecken im Streb oder zwischen zwei Sohlen
Flachmann
kleine, flache Schnapsflasche, die im Stiefel (meist unerlaubt) mitgeführt wird
Flammkohle
Steinkohlenflöze des Oberkarbons mit 80 - 82 % Kohlenstoffanteil und mehr als 40 % flüchtigen Bestandteilen (wird überwiegend in Kraftwerken verfeuert)
Flexur
durch gebirgstektonische Vorgänge bedingte mehrfache Richtungsänderung einer Gebirgsschicht oder eines Flözes ohne Abreißen der Schichten
Fließ
stark wasserhaltiger Sand (Schwimmsand)
flößen
ein Areal, meistens eine Wiese, zur Ertragserhöhung mit Wasser überschwemmen
(Dies wurde insbesondere im Dortmunder Süden mindestens einmal im Jahr von den Steinkohlenzechen durchgeführt, da sie durch den Kohlenabbau die Vorflutverhältnisse verändert hatten)
Flöz
Kohlen- oder Erzablagerung - Anhäufung nutzbarer Mineralien in Form einer Schicht, meist Plattenförmig
Flözriss
zeichnerische Darstellung in Flözebene
Flotation
Sortierverfahren: das feinkörnige Gemisch von Kohle und Bergen wird durch Wasser, dem schaumbildende Stoffe zugesetzt sind, aufgeschwemmt. Wird Luft durch das Wasser gepresst, steigt die Kohle mit den Schaumbläschen nach oben und kann abgeschöpft werden, während die auf die chemische Behandlung nicht ansprechende Berge nach unten sinken und abgeführt werden. Dieses geschieht in der Aufbereitungsanlage
Fluder
hölzerne Rinne oder Graben durch die Wasser auf ein Wasserrad geleitet wird
Flüchtige Bestandteile
bei Erhitzung auf 900° C entweichende flüchtige Bestandteile der Kohle
Flügel
Flankenfläche einer Mulde oder eines Sattels
Flügelort
1. Lager,- und Maschinenräume an einem Stollen
2. von einem Stollen seitlich abzweigende Strecke oder Stollen
Förderberg
geneigte Strecke, die meist die Aufgaben der Überbrückung der Sohlenabstände und zum Anschluss der Flöze an die Grubenbaue übernimmt
Förderbolz
Förderaufseher (oftmals im Förderschacht tätig)
Förderer
1. Bergmann, der an der Förderung tätig ist (Schlepper...)
2. mechanisches Fördermittel (Stahlgliederbandförderer...)
Fördergefäß
Gefäß, welches zur Förderung der Rohstoffe von untertage nach übertage benutzt wird
Förderkorb
1. das am Förderseil hängende Gestell zur Beförderung von Personen, Förderwagen und Material im Schacht
2. Gefäß zur Kohlenförderung im Tiefbau (auch im Erzbergbau)
Fördermaschine
Einrichtung zur Bewegung der Förderseile und Förderkörbe in Schächten. Die Fördermaschine besteht aus Antrieb und Treibmittel. Nach der Antriebsart unterscheidet man Dampf,- und elektrische Fördermaschinen. Nach der Ausführung des Seils und des Treibmittels unterscheiden sich Bobinen,- Trommel,- und Treibscheiben-Fördermaschinen. Die neben dem Fördergerüst zu ebener Erde stehende Fördermaschine heißt Flurfördermaschine. Die Fördermaschine über dem Schacht auf dem Förderturm wird Turmfördermaschine genannt
fördern
aus der Erde an die Oberfläche bringen
Förderseil
die Förderseile werden aufgrund der äußeren Form in drei Hauptarten unterschieden:
Rundseil, Dreikantlitzenseil, Flachlitzenseil und Flachseil
Fördersohle
Unterirdische Sohle, von welcher das Fördergut durch einen Schacht nach über Tage gefördert wird
Fördertrum
der zum Fördern bestimmte Teil eines Schachts
Förderturm
aus Holz, Stahl oder Beton erbauter Turm zur Aufnahme der Seilscheiben über einem Schacht (Link Bergbaumuseum Bochum)
Förderung
1. Transport aller Güter innerhalb eines Bergwerkes, über,- und untertägig
2. Produktionsmenge eines Bergwerkes
Förderwagen
gleisgebundenes Fördermittel zum Transport (Lore, Hunt)
frei, Freies
bergrechtlich nicht verliehenes Feld
freibauen
das bisher Zubuße erfordernde Bergwerk erwirtschaftet erste Ausbeute
Freifall
Bergbaueigentum fällt auf bergbehördliche Anordnung ins Freie, wird Bergfrei
Freikux
auch Erbkux genannt
Freischicht
1. früher: zum Besten anderer verfahrene, unbezahlte Schicht
2. heute: nicht verfahrene Schicht
Frischwetter
unverbrauchte (Außen-) Luft in ein Bergwerk drücken/saugen
Frist, Fristung
Befreiung der Bergwerksbesitzer von Abgaben für einen bestimmten Zeitraum
fristen
in Fristen liegen
Fristenbuch
Verzeichnis der nicht betriebenen Zechen
frohen, frohmachen
eine Lagerstätte oder einen Teil davon durch einen Stollen oder durch einer Pumpenanlage entwässern
Frosch
offene Grubenlampe aus Eisenblech, auch Froschlampe genannt. Der Brennstoff bestand aus Fett oder Öl. Froschlampen waren bis Ende des 19. Jahrhunderts im Gebrauch
fudeln
bei der Ausfahrt oder bei der Arbeit mogeln
Füllort
untertägiger Grubenbau im unmittelbaren Bereich des Schachtes; im Füllort wird die waagerecht Förderung einer Sohle in die senkrechte Hauptschachtförderung übergeleitet
fündig werden
das gesuchte Mineral auffinden
Füllstelle
Füllort, kann auch übertage sein
Fundesfeststellung
bergbehördliche Prüfung des Fundes am Fundpunkt
Fundgrube
Bereich in dem eine reichhaltige Lagerstätte erstmalig freigelegt wurde
Funzel
mattes, unzureichendes Licht (Geleucht)
Fuß
altes Längenmaß (1 Fuß = 0,3139 Meter)
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Galmei
Sammelbegriff der Zinkerze Smithsonit (Zinkspat), Hydrozinkit (Zinkblüte) und Hemimorphit (Kieselzinkerz)
Galotte
graue lange Bergmannsunterhose, bis zum Knie abgeschnitten
Gang
1. eine mit Mineralien und Erzen ausgefüllte Gesteinsspalte (Kluft oder Ader)
2. altes Raummaß aus dem Bereich Essen (ca. 0,090 Tonnen = 1 Ringel)
Gangart
gangartig vorkommende Erze
Gangauskleidung
Ausbauten wie Türstock oder Rundbögen zur Sicherung gegen Steinfall
Gangveredelung
Erzverbesserung im Gang
Gasflammkohle
Kohlenflöze des mittleren Oberkarbons mit etwa 83% Kohlenstoffanteil und 35 - 40% flüchtigen Bestandteilen
Gaskohle
Kohlenflöze des mittleren Oberkarbons mit etwa 85% Kohlenstoffanteil und 28 - 35% flüchtigen Bestandteilen
Gebirge
der Bereich, in dem bergmännische Grubenbaue hergestellt werden
Gebirgsschlag
durch hohe Gebirgsspannungen ausgelöste plötzliche Gebirgsbewegung mit starker Erschütterung des Grubengebäudes und Einwirkung auf die Grubenbaue
gebräch
brüchige Gesteinsschichten, die unmittelbar nach ihrem Freilegen hereinbrechen können
gebrochener Schacht
ein im Deckgebirge seiger und anschließend im Einfallen eines Flözes tonnlägig hergestellter Schacht
Gedinge
1. altdeutsches Wort für Vertrag
2. durch Vertrag abgeschlossene Akkordarbeit im Bergbau
Gedingekameradschaft
in einem Gedinge gemeinsam malochende Bergmänner
Gedingeschlepper
im Gedinge arbeitender Bergmann, der etwa 90% des Hauerlohns erhält
Gefälle
Bergwerksabgaben an die Knappschaft oder an den Staat, auch Grubengefälle
Gefäßförderung
Schachtförderung, bei der die Steinkohle o.Ä. in am Förderseil hängende Gefäße
(Skips) gestürzt und mit diesen zu Tage gezogen werden (ohne Förderwagen)
Gefluder, Gerinne
Fluder
Gefrierschachtverfahren
dem Wasserführenden Gebirge wird Wärme entzogen und so ein Frostkörper hergestellt. In Ihm wird dann der Schacht wie im standfesten Gebirge abgeteuft
Gegenbuch
anderes Wort für Berggegenbuch: beim Bergamt geführtes Verzeichnis des Bergwerkseigentums
Gegenschreiber
beim Bergamt mit der Führung des Berggegenbuches beauftragte Person
Gelbbleierz
Bleierzmineral, Wulfenit (kommt sekundär auf Oxydationszonen von Blei-Erzen vor)
Geleucht
Sammelbegriff aller untertägigen Beleuchtungseinrichtungen
ortsfestes Geleucht = fest installierte Leuchtkörper unter der Firste
ortveränderliches Geleucht = tragbare Lampe der Bergleute
Generalbefahrung
bis ins Jahr 1845 übliche Befahrung eines Bergwerks durch die Bergbehörde und den Bergwerksrepräsentanten (bei der Generalbefahrung wurde der Betriebszustand der Grube und die Planung für das kommende Jahr erörtert)
Gerechtsame
anderer Begriff für Berechtsame
geringmächtig
dünn (dünnes Flöz)
Gerinne
Rinne, in der unterschiedlich schwere Erze entweder zu Boden sinken oder mittels Sand fortgespült werden
Geschoss
Sprengladung
Geschworener
in früheren Zeiten Bergbeamter oder Mitglied eines Bergamts
Gesenk
ein geteufter Blindschacht
Gesenkbau
Unterwerksbau
Gesprenge
aus bergbaulichen Gründen bedingter Absatz in der Stollensohle, so dass sich in der Wasserseige Stufen bilden (Gesprenge in Erbstollen waren verboten, so dass sie vor allem im Ruhrbergbau nur selten vorkamen)
Gestänge
1. Stahlstangen oder Rohre zur Übertragung von Kräften auf Werkzeuge oder Maschinen
2. Schienen der Grubenbahn
Gestellförderung
bei der Gestellförderung werden die befüllten Förderwagen auf am Förderseil hängende Fördergestelle geschoben und zu Tage gezogen
Getriebezimmerung
spezielle Ausbautechnik zum Durchörtern von Lockermassen
Geviert, Geviertzimmerung
aus Kanthölzern bestehender rechteckiger Ausbaurahmen im Schacht
Geviertfeld
nicht auf ein Flöz beschränktes Grubenfeld mit senkrechter Begrenzung bis in die ewige Teufe
Gewerke
Mitglied einer bergrechtlichen Gewerkschaft, Besitzer von Anteilen (Kuxen) dieser Gewerkschaft
Gewerkschaft
Zusammenschluss der Besitzer eines Bergwerks
(ältere Rechtsform einer Bergwerksgesellschaft)
Gewinnung, gewinnen
verwertbares Mineral aus einem Gebirge lösen und zu Tage fördern
Gezähe, Gezeug
Arbeitsgerät und Werkzeuge des Bergmanns
Gezähekiste
untertägig gelagerte Werkzeugkiste
Glotzböppel
Auge(n)
Glückauf, Glück Auf
der Bergmannsgruß stammt aus dem Erzbergbau (ab ca. 1650) und hatte ursprünglich die Bedeutung: "Glück, tu die Gänge auf und nicht zu" oder: "mögen sich die Erzgänge auftun"
Im heutigen Sinne ist der Bergmannsgruß seit dem 18. Jahrhundert gebräuchlich
Göpel, Geipel, Gaipel
von Menschen, Tieren (meistens Pferde), Wasser oder Dampf betriebene Schachtwinde
Gold
wertvolles Mineralelement (Au)
Graben
durch Erdverwerfung eingesunkener Bereich
Grand
Kiesablagerungen aus der Eiszeit (Diluviale Kiesablagerungen)
Graupen
kleine Erzstücke
Grauwacke
dunkles Sedimentgestein
Grube
Bergwerk, Zeche
Grubenbau
bergbaulich erschaffener untertägiger Hohlraum
Grubenbild
bildliche Darstellung der Grubenbaue
Grubenfahrt
Befahrung einer Zeche
Grubenfeld
räumlich begrenztes und vermessenes Bergwerkseigentum an einem Flöz (Längenfeld) oder unter einem bestimmten Gebiet (Geviertfeld)
Grubengas
Methan = ungiftiges, geruchloses, farbloses aber brennbares Gas (bei einem Anteil von 5 -14% in den Grubenwettern sehr Explosiv)
Grubengebäude
sämtliche Untertageräume einer Zeche
Grubenholz
Sammelbezeichnung für sämtliche in der Grube verwendeten Hölzer
Grubenhunt, Grubenhund
aus der bergbaulichen Frühzeit stammende Förderwagen (Loren) aus Holz
Grubenklein
gewonnenes Erzhaltiges Gestein
Grubenpferd
in der Förderung eingesetztes Pferd (unter Tage und über Tage)
Grubenriss
kartografische Darstellung aller unterirdischen Räume (in der Horizontale dargestellt)
Grubenstempel
für den Ausbau der Stollen benötigte Stützelemente aus Holz, Stahl oder Leichtmetall
Grubenverwalter
Beauftragter des Bergwerkseigentümers
Grubenwehr
Gruppe speziell ausgebildeter Belegschaftsmitglieder für die Bekämpfung von Grubenbränden, zur Rettung von verunglückten Kumpels und für Arbeiten in schädlichen Gasen unter Tage
Grubenwetter
Luft untertage
Grundriss
kartografische Darstellung von einem Bergwerk oder einer Sohle, Stollenplan
Grundstrecke
untere Abbaustrecke in einem Streb, die meistens zur Kohlenabfuhr dient
Grus, Gruß, Grußkohle
Feinkohle
Gurtband
Stetigfördermittel, auf dem das Fördergut in ununterbrochenem Strom transportiert wird
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Habit
Tracht der Bergleute, wird auch Bergkittel genannt
Hacke
Arbeitsgerät des Kohlenhauers, bis Anfang 1900 in Gruben eingesetzt
Hackenleistung
Gewonnene Menge der Kohlenhauer pro Schicht
Häckel
früher von bergmännischen Aufsichtsbeamten getragener Holzstock. Dieser war ein Meter lang und trug ein angefügtes Schmuckbeil (Meterlatte, Fahrstock)
Hängebahn
hängende einschienige Fördereinrichtung zum Transport schwerer Güter unter Tage (ähnlich der Schwebebahn in Wuppertal - nur kleiner)
Hängebank
das obere Schachtende - die Hängebank liegt meist 10 bis 15 Meter über dem Niveau der Erdoberfläche und nimmt bei Gestellförderung auch den Wagenumlauf auf
Gegenteil: Rasenhängebank (ebenerdig)
hängen
nach unten herablassen (vergleichbar mit abseilen)
Hahnenköttel
zweigeteilter Sack zum Transport mit Tragetieren wie z.B. dem Grubenpferd (ein Hahnenköttel fasste etwa 200 Kilo)
Hakenschlag
durch Hangrutsch bedingte Richtungsänderung einer Gebirgsschicht und somit auch eines Flözes
Halbscheid
in zwei Hälften geteiltes Eigentum
Halde
1. Lagerstätte über Tage des gewonnenen Minerals
2. übertägige Aufschüttung des tauben Gesteins (Berge, Abraum)
Handlungsbuch, Handelsbuch
Verzeichnis aller von der Bergbehörde den Zechen gegebenen Anweisungen und Ratschlägen
Hangendes
direkt über einem Grubenbau befindliches Gestein
Haspel
Gerät zur Förderung in Schächten.
Haspelknecht
Bergmann, der am Schacht die Seilwinde bedient
Haspelschacht
Förderschacht zwischen zwei Sohlen in einem Bergwerk, meist tonnlägig
Haspelwinde
ein Seil, an dem ein Fördergefäß hängt, wird auf eine Welle gewickelt
Haspelzieher
Haspelknecht
Haspler
Bergleute, die Haspel bedienen
Hauer, hauen
Bergmann mit bergmännischer Ausbildung
Haufwerk
gelöstes Mineral oder Gestein
Hauptschlüsselstollen
alter Begriff aus dem Revier Mülheim an der Ruhr: Erbstollen
Hauptstollen
zu Tage reichender, in Hanglage geschlagener Wasserlösestollen oder Förderstollen
Heinzenkunst
Wasserhebeeinrichtung (heinzen = Wasser ziehen)
Herd
1. Aufbereitungsapparat für feinkörniges Haufwerk
2. runder Göpelplatz
hereinbrechen
ungewolltes Hereinstürzen von Kohlen oder Nebengestein in einen Grubenraum
Herrichtung
in einen neuen Abbaubetrieb die erforderlichen Einbauten errichten
Hobel
Kohlenhobel
Hoffnungsbau
in der Hoffnung auf gute Aufschlüsse angelegter Grubenbau
Holz
anderes Wort für Türstock im Streckenausbau
Hornstädter, Hornstätter
Bergmann mit Einzelarbeitsplatz (Haspler...)
Hornstadt, Hornstatt
Kammer unter Tage
Horst
1. herausgehobene, durch Verwerfung begrenzte Gesteinsschichten
2. Stadtteil von Gelsenkirchen
3. Gegenteil von Graben
Hüttenzechen
Hütte und Zeche zusammen
Hunderterschraube
Flasche Bier
Hunt
Förderwagen, Lore (wird fälschlicherweise auch Hund geschrieben)
Huntsgestänge
Schienen, Gleise
Huntstößer
Schlepper, der die Hunte bewegt (fälschlich: Hundestößer)
Huthaus
Zechengebäude an einem Schacht oder Stollenmundloch für Werkzeug und Material
Hydrogrube
Bergwerk, in dem die Steinkohle hydromechanisch mit Hilfe eines Wasserwerfers abgebaut wird. Die Abförderung der gelösten Kohle erfolgt in Rinnen zu einem Sammelbecken und mit Pumpen durch Rohrleitungen nach über Tage
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Inaugenscheinnahme
Fundbesichtigung durch das Bergamt
indossieren
schriftliche Dokumentation der beteiligten Parteien an einem Anteilsverkauf
in Fristen liegen
ein Bergwerk liegt zeitweise außer Betrieb
Inkohlung
Umwandlung pflanzlicher Reste in Kohle
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Kabel
Dampfkabel (nicht zu verwechseln mit dem Elektrokabel)
Kalkkohlen
keine hochwertige Kohle (ist jedoch zum Brennen von Kalk geeignet)
kallen
besprechen, verhandeln
Kanne
Bierflasche
Kappe
am Hangenden anliegendes Ausbauteil, das durch die Stempel gestützt wird (der Sturz beim Türstock)
kaputtschreiben
Arbeitsunfähigkeit bescheinigen lassen
Kaputtnik
Mensch, der aufgrund körperlicher Gebrechen nicht mehr (als Bergmann) arbeiten kann
Karbon
1. Zeitabschnitt der Erdgeschichte:
- im Oberkarbon (vor 80 Millionen Jahren) bildete sich die Steinkohle
- im Unterkarbon (vor 340 Millionen Jahren) entstanden die Erze
2. Gesamtheit der in diesem Zeitabschnitt gebildeten Gesteinsablagerungen
Karre, Karren
Schubkarre, Fuhrwerk
Karrenbänder
Fuhrleute, welche die Kohlen mit Pferdefuhrwerken von den Zechen zu den Käufern und Verbrauchern brachten
Karrenläufer
Grubenjungen oder Bergknechte, die Laufkarren zogen oder schoben
Kaue
1. früher: Schutzgebäude über einem Schacht
2. Allgemein: Gebäude auf einem Zechengelände
3. heute: Umkleideraum und Waschraum der Kumpel
Kaule, Kaulen
Schürfgrube, Tagebau, Steinbruch (alter Begriff für Kuhle)
K-Bau
Erhöhung der Tragfähigkeit des Holzausbaus in geneigten Streben durch zusätzliche Abstützung in Form eines K, wobei K-Baue aus Metall dem Abbaufortschritt entsprechend wieder geraubt und erneut verwendet wurden. Eine ähnliche Ausbauverstärkung gab es auch im Streckenausbau
Kehrrad
mittels Wasserkraft betriebenes Antriebsrad zur Schachtförderung, durch Steuerung abwechselnd in beide Richtungen arbeitend
Keilhaue
Spitzhacke der Bergmänner
>man unterscheidet zwischen der einfachen Keilhaue (Keilhacke) und der doppelten Keilhaue (Doppelhacke)<
Kerbholz
1. Einkerben der Zahl der jeweils geförderten Kohlengefäße auf ein Holzstabpaar, um so die täglich geförderte Kohlenmenge kontrollieren zu können. Hierfür wurde auf jeder fördernden Zeche ein Haspelknecht von der Bergbehörde verpflichtet. Einen ausgefüllten Stab erhielt die Bergbehörde zur Kontrolle, den zweiten der Bergwerksbesitzer. Anwendung bis Ende des 18. Jahrhunderts
2. Stab mit Namen des Geschworenen, der einem vorzuladenden Bergmann zugeschickt wurde (etwas auf dem Kerbholz haben)
Kerbstock
anderes Wort für Kerbholz
Kettenkratzförderer
Am Kohlenstoß mit Ketten entlanggezogener Einheitshobel zum Abbau von Steinkohlen (das Patent wurde im Jahre 1942 von der Firma Preussag in Ibbenbüren angemeldet, der Erfinder hieß Konrad Grebe)
Kettenzieher
Markscheidergehilfe, der insbesondere bei der Längenmessung mit der Messkette
benötigt wurde
keulen
schwer arbeiten
Klärteich
Absatzbecken für schlammhaltiges Wasser
Klanke, Klancke
alter Ausdruck für eine geologische Störung, durch welche die Gebirgsschichten und auch die Kohlenflöze verworfen wurden
Klassierung, klassieren
Trennung des Förderguts nach Größen, sortieren
klauben
taubes Gestein aus dem Fördergut auslesen
Klaubtisch
Tisch, oder sich drehende Scheibe zur Trennung von Erzen und Bergen von Hand
Klotschen
alte, verschlissene Schuhe
Kluft
Spalte im Gebirge
Knäpperbohren
Sprenglöcher in nicht ladegerechte Gesteinsbrocken und in hindernde Vorsprünge bohren
Knapp
Teil der Strebfront, Arbeitsplatz bei der Kohlengewinnung
Knappe
Bergknappe
Knappschaft
1. Versicherungsverein der Bergmänner (heute Bundesknappschaft)
2. Belegschaft von einem Bergwerk
Knappschaftsrolle
Verzeichnis aller Mitglieder einer Knappschaft
Knappschuss
bergmännischer Schuss mit geringer Bohrlochtiefe, dessen Besatz nicht die vorgeschriebene Länge hat
Koepe-Förderung
nach dem Erfinder Koepe benannte Treibscheibenförderung:
das Förderseil wird über die Koepe-Scheibe zu den Förderkörben geführt. Die Bewegung der Körbe erfolgt unter Reibung des Förderseils auf der Treibscheibe und nicht durch Aufwickeln des Seils auf eine Trommel. Zum Ausgleich des Seilgewichts und damit zur Verringerung der Gefahr des Seilrutschens ist ein Unterseil unter die Körbe gehängt. Das Unterseil war meistens ein Flachseil (erstmals Realisiert im Jahre 1877)
Kötter
in einem Kotten wohnender Nebenerwerbsbergmann
Kohl
Steinkohle (das Kohl)
Kohlberg
alter Ausdruck für Steinkohlen abbauende Stollenzechen
kohlbergsordnung
Bergordnung ab dem späten Mittelalter
Kohlenarten
dem geologischen Alter nach unterscheidet man folgende Kohlenarten:
1. Anthrazitkohle
2. Magerkohle
3. Eßkohle
4. Fettkohle
5. Gaskohle
6. Gasflammkohle
7. Flammkohle
Hauptmerkmal der verschiedenen Kohlenarten ist der Anteil der flüchtigen Bestandteilen, die beim Verkoken freigesetzt werden. In der Liste oben stehen die Steinkohlen nach ihrem Gasgehalt angeordnet, wobei Anthrazit die gasärmste und älteste Kohle ist.
Kohlenbank
Kohlenflöz oder Flözteil
Kohlenbunker
Lagerstätte von gewonnener Steinkohle
Kohleneisenstein (Blackband)
flözartige Ablagerungen von Eisenerz im Karbon (oft im Zusammenhang mit Steinkohle vorkommend)
Kohlenhacke
anderer Begriff für Keilhaue, dem Arbeitsgerät des Bergmanns
Kohlenhobel
Gerät zur maschinellen Kohlengewinnung mit 10 Zentimeter Schnitttiefe, das am Kettenkratzförderer geführt wird
Kohlenmagazin
Niederlage, Halde, Bunker
Kohlenmesser
Gehilfe vom Schichtmeister
Kohlenniederlage
Niederlage, Halde
Kohlenpfeiler
Pfeiler
Kohlenstaubexplosion
Explosion eines Gemisches aus Kohlenstaub und Luft (die Kohlenstaubexplosion wird in der Regel durch eine Schlagwetterexplosion ausgelöst, durch welche der abgelagerte Kohlenstaub aufgewirbelt wird)
Kohlenstoß
Angriffsfläche für die Gewinnung der Kohle
Kohlentöte
eiserner Behälter zum Einfüllen von Kohlen in den heimischen Ofen
Kohlenwäsche
nasse Aufbereitung zur Trennung der Kohlen vom Nebengestein
Kohlpütt
alte Bezeichnung für den Kohlenabbau mittels Schächten
Kokerei
Anlage zur Herstellung von Koks aus Feinkohlen. Die freiwerdenden flüchtigen Bestandteile, wie Sauerstoff, Stickstoff, Methan, Kohlendioxyd, Wasserstoff und Kohlenwasserstoffe, wurden früher genutzt oder abgefackelt, später auch in Kesselhäusern verbrannt, heute jedoch weiterverarbeitet
Koks
hochwertiger Brennstoff. (Erzeugung aus Steinkohle, vornehmlich Fettkohle, durch trockene Destillation in Koksöfen bei 800° Celsius und einer Garungszeit von 18-24 Stunden, in welcher die flüchtigen Bestandteile entweichen. Koks hat einen Kohlenstoffgehalt von etwa 97%)
Konglomerat
aus Geröllen bestehendes Absatzgestein
Konkordanz
parallele Aufeinanderfolge der Gesteinsschichten (Gegenteil: Diskordanz)
Konsolidation
bergrechtliche Vereinigung zweier oder mehrerer Bergwerke
Konzession
Erlaubnis (Vorläufer der später üblichen Verleihung)
Kopfholz
Quetschholz zwischen dem Hangenden und dem Stempel
Kopfort
vorderster Teil im Streckenvortrieb
Kopfstrecke
einen Streb begrenzende obenliegende Strecke
Korb
Kurzform für Förderkorb, der in einem Seilschacht hängt
Kostgänger
lediger Bergmann, der bei einer Familie mit Wohnung gegen Bezahlung ein Quartier erhielt und auch verköstigt wurde (vergleichbar mit dem heutigem Untermieter)
Kratze
Werkzeug der Bergmänner zur Erzwäsche
Kreide
Erdzeitalter vor etwa 140 bis 60 Millionen Jahren
Kreiselkipper, Kreiselwipper
Gleisgebundener Förderwagen, bei welchem das Fördergut auf der Verladeanlage vor dem Stollenmundloch nach unten gekippt wird (einen Kreiselkipper findet man am Stollen Jupiter im Muttental)
krüppelhaft
enger, verdrückter schwer zu befahrender Stollen
Kübel
1. früher: Fördergefäß generell
2. heute: Fördergefäß beim Schachtteufen
3. Klo
Kuhle
übertägig angelegte Grube
Kumpel
Arbeitskamerad, Mitarbeiter (von Kumpan)
Kunstgezeug
Einrichtung zum Heben von Wasser oder Fördergut
(das Kunstgezeug besteht aus: Sammelteich, Kunstgraben, Kunstrad, Feldgestänge, Pumpensätze sowie dem Kunstschacht)
Kunstgraben
Wasserzuführung zum Kunstrad
Kunstkreuz
Hebelvorrichtung zur Umlenkung des Pumpengestänges
Kunstrad
mit Wasserkraft betriebenes Antriebsrad zum Hochpumpen von Grubenwasser
Kunstschacht
alter Ausdruck für das maschinelle Heben von Fördergut oder Wasser durch einen Schacht
Kunstteich
Wasserteich oder Wasserbassin
Kunsttrum
Trum für die Wasserhebeeinrichtung im Schacht
Kunstwerk
anderer Begriff für Kunstgezeug und Wasserkunst
Kupferkies
Kupfermineral (CuFeS2)
Kux
Anteil am Vermögen einer Bergrechtlichen Gewerkschaft in Form eines Namenspapiers
A - B - C - D - E - F - G - H - I - J - K - L - M - N - O - P - Q - R - S - T - U - V - W - X - Y - Z
Laachsteine
Plattdeutsch: Lochsteine
Lachter
altes preußisches Längenmaß:
1 Lachter = 2,0924 Meter (in Hannover: 1 Lachter = 1,9198 Meter)
laden
1. ein Bohrloch mit Sprengstoff füllen
2. Loren füllen
3. Haufwerk oder Abschlag wegladen
Ladestelle
Ort, an welchem die aus dem Abbau kommenden Kohlen in Förderwagen geladen werden (Füllstelle)
Längenfeld
Grubenfelder, vor 1865 verliehen
Läuterwäsche
Aufbereitungsanlage für feinkörnige Erze
Lagerstätte
natürliches Vorkommen verwertbarer Bodenschätze
Lagerung
Einteilung der Lagerstätten nach ihrer Neigung gegenüber der Horizontalebene:
1. flach = 00 - 20 gon
2. mäßig geneigt = 20 - 40 gon
3. stark geneigt = 40 - 60 gon
4. steil = 60 - 100 gon
(100 gon = 90°/rechtwinkelig)
Lampenstube
Raum zur Aufbewahrung, Ausgabe, Reparatur und zum Aufladen der Grubenlampen
Landabsatz
1. Absatzart, Transport auf dem Landweg
2. Gebäude zum Verladen von Kohlen und Koks in Lastwagen oder Fuhrwerke
Landdebit
Verkauf und Transport der Kohlen und Erze in die nähere Umgebung
Latüchte
Lampe (etwas heller als die Funzel)
Laufkarre
Schubkarre, Schiebkarre, Fuhrwerk
Lehen
verliehenes Grubenfeld
Lehrhauer
im Gedinge arbeitender Bergmann, der 95% des Hauerlohns erhält
Leitbaum
Spurlatten (senkrecht verlaufende Schienen)
Leitplanken-Abbauhobel
Gerät zur Gewinnung von Steinkohle, die Kohle wird aus dem Flöz abgeschält und auf ein Förderband geleitet
Leitung
Führungsschiene für Förderwagen
Lesearbeiter, Lesejunge
am Leseband beschäftigter Malocher oder Lehrling
Leseband
übertägiges Förderband, aus welchem das taube Gestein oder Fremdkörper aus der Kohle gesucht werden
Letten
zum verdämmen der Sprenglöcher benutzte lehmartige Tonart (lockerer Mergel)
letzte Schicht
gestorben sein
Lichtloch
kleiner, auf einen Stollen geteufter Wetterschacht, diente manchmal auch zur Förderung, Einfahrt, Ausfahrt und als Notausgang der Bergleute
Liderung, lidern
Dichtung, abdichten
Liebnus
Geschenke und Prämien für Bergleute und Beamte
Liegendes
direkt unter einem Grubenbau liegendes/befindliches Gestein
LOBA
Landesoberbergamt (NRW)
lochen
Zeichen einschlagen
Lochstein
Grenzstein von Grubenfeldern
Lokomobile
fahrbare Dampfmaschine
Lösen
Gebirgsfläche, an der sich das Gestein leicht lösen läßt
lösen
Grubenwasser und Grubenwetter aus einem Grubenfeld abführen
Ltr
Lachter
lüften
Gestein hinter dem Ausbau wegnehmen
Lufthaspel
mit Pressluft angetriebener Haspel
Luftschacht
Schacht, der zur Wetterführung dient, meist frische Wetter einziehend
Lutte, Lotte
Rohr oder Kanal zur Bewetterung und zur Wasserhaltung innerhalb eines Bergwerkes
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Maaß, Maaße
1. Längenmaß: 1 Maaß = 28 Lachter
2. Flächenmaß: 1 Maaß = 14 mal 14 Lachter
Mächtigkeit, mächtig
Stärke der Flöze (wird in Zentimeter gemessen)
Magazin
1. Kohlen- und Erzvorratslager
2. Werkzeug und Materiallager
Magerkohle
Kohlenflöze des unteren Oberkarbons mit 93-95% Kohlenstoffanteil und 10-14% flüchtigen Bestandteilen
Magma
Gesteinsschmelze
Magneteisenstein
Magnetit
Malässe
Schwierigkeiten, Ärger
Malachit
grünes Kupfermineral (Cu2)
Malakoffturm, Malakowturm
massives, steinernes Schachtgebäude zur Aufnahme der Seilscheiben und der bei der Schachtförderung auftretenden starken Seilkräfte. Benannt wurde der Malakoffturm nach dem Fort Malakoff in Sewastopol auf der Krim
malochen
hart arbeiten, schuften
Malter
altes Raummaß: 1 Malter = ca. 3 Tonnen
Manutenenz
Schutz der Bergbautreibenden und Bergleute durch den Regalherrn
(lateinisch: manu tenere = Hand drüber halten, schützen)
Markenkontrolle
Einrichtung zur Schichtkontrolle der Bergleute
Markscheide
Grenze eines Grubenfeldes, auch Grenze zwischen zwei Zechen
Markscheider
akademisch gebildeter Vermessungsingenieur im Bergbau
Maschinenschacht
im 19. Jahrhundert gebräuchlicher Ausdruck für einen mit einer Dampffördermaschine ausgestatteten Schacht
Maschinensohle
die Sohle in einem Bergwerk, von welcher das Grubenwasser zutage oder in den höher gelegenen Wasserlösestollen gepumpt wurde
matte Wetter
Untertageluft mit geringem Sauerstoffanteil
Malzhammelei
betrügerische Abrechnung, betuppen
mau
nichts los, wenig Umsatz machen (Geschäft is mau)
Mauken
Füße
Maximalfeld
Geviertfeld
Mehlführung
Aufbereitungsapparat zur Scheidung von Erzteilchen aus dem Trübestrom
Meiler
Vorrichtung zur Verkokung von Stückkohlen
melierte Kohle
unsortierte Fein,- und Stückkohle
Menage
Gebäude zur Unterbringung und/oder Beköstigung lediger und ortsfremder Bergleute
Mergel
Schichtgestein aus Ton und kohlensauren Kalk
Mergelsohle
im Mergel aufgefahrene Sohle
Mergelzeche
Ausdruck für die ersten Bergwerke im Ruhrgebiet, welche Anfang des 18. Jahrhunderts ihre Schächte durch die Mergelschichten teuften
Messgeld
Abgabe zur Unterhaltung des Bergamtes anstelle des vorher erhobenen Quatembergeldes
Messkette
zur Längenmessung dienende eiserne Kette mit Maßeinteilung
Metasomatose
Austausch eines Elements oder Minerals gegen einen anderen Stoff
Meterlatte
Fahrstock
Methan
hochexplosives, farb,- und geruchloses Grubengas (CH4)
Mineral
1. Teile der Erdkruste, oft kristallisiert (Sulfide, Oxyde oder Haloide)
2. bergrechtlich nutzbare und verleihbare Teile der Erdkruste
Mittel, Kohlenmittel
das Kohlenflöz (Gegenteil von Bergemittel)
Mittelort
Strecke
Mittelstollen
mittlerer von drei gleichnamigen Stollen zur Förderung oder Entwässerung von ein und derselben Zeche oder Grubenfeldes. Meistens ist der Oberstollen der älteste, und der Tiefenstollen der jüngste Stollenbau. Mittelstollen sind sehr selten - man findet sie ab und zu im Grubenrevier Ibbenbüren (Glücksburger Mittelstollen)
Moppen
Geld, Lohn
Mottek
anderes Wort für Bergmannshammer, auch allgemein das Werkzeug (Gezähe)
Muhle
Mund, Maul
Mulde
Geologischer Begriff, die Gesteinsarten bilden in der Erde eine Senke
Muldenlinie
streichender und tiefster Verlauf einer geologischen Mulde
Muldentiefstes
1. tiefster Verlauf einer geologischen Mulde
2. tiefste Stelle im Flöz
Mundloch
Tagesöffnung eines Stollens oder Schachtes
muten, Mutung
die Genehmigung zum Abbau eines Feldes bei der Bergbehörde beantragen
Mutbuch
Verzeichnis aller Bergwerke eins Reviers
Mutterklötzchen
Holzklotz zum befeuern des heimischen Ofens, der von den Bergleuten unter Tage hergerichtet wurde
(das Mutterklötzchen war oft das beste Stück aus einem Stempel, und wurde daher von den Zechenleitungen verboten - meist erfolglos)
Mutungsriss
zur Orientierung und Lage des gemuteten Grubenfeldes mit dem Fundpunkt
MWBV
Märkisch-Westfälischer Bergwerksverein
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nachbrechen
planmäßiges oder ungewolltes Hereinbrechen der Hangschichten
Nachfall
unplanmäßiges Herunterfallen von Gesteinsstücken aus dem Flözhangenden oder Streckenstoß
nachreißen
1. durchbauen
2. Streckenquerschnitt vergrößern
Nachschwaden
1. Sprengschwaden: Mischung aus Grubenwettern, Wasser und Staub mit Umsetzprodukten einer Sprengladung
2. Explosionsschwaden: sauerstoffarme und giftige Abwetter nach Kohlenstaubexplosionen und Schlagwetterexplosionen
Namur
Kohlenflöze des Oberkarbons im Bereich Sprockhövel
Nebenbank
Nebenflöz, Streifen, Striepen
Nebengestein
die Gesteinsschichten oberhalb (Hangendes)und unterhalb (Liegendes) des Flözes zusammen sind das Nebengestein
Neuntel
1. Bergwerksanteil vor Einführung der Kuxe
2. Abgabe der gelösten Berechtsamen an die Erbstöllner
Neuscheffel
Raummaß aus dem Jahre 1850: 1 Neuscheffel = 1 Zentner (50 Kg)
niederbringen
das Abteufen oder Abbohren eines Schachtes
Niederlage
Zwischenlager der Kohlen oder Erze zur Verladung, meist am Hafen oder Bahnhof
Normalnull (NN)
mittlere Höhenlage des Meeresspiegel, bezogen auf den Nullpunkt des Amsterdamer Pegels
Normalfeld
Geviertfeld
Notbergbau
vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg aufkeimender, oberflächennaher Kohlenbergbau zur Sicherung der eigenen Versorgung der Öfen mit Steinkohlen (z. B. Zeche Perm in Ibbenbüren)
nullen, Wagen nullen
ungenügend oder mit unreinen Kohlen beladene Förderwagen zum Nachteil der Bergleute nicht anrechnen
Nummernpinn
an dem mit Kohlen gefüllten Förderwagen angebrachter Draht mit einer Blechmarke, auf welcher die Nummer der Ladestelle bzw. Gedingekameradschaft steht. Die Nummern dienten der Mengenerfassung für die Lohnermittlung
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Oberbergamt
Bergbehörde oberer Instanz
Oberschichtmeister
Bergbeamter des staatlichen Bergamtes
Obersteiger
1. früher: Beamter der Bergbehörde
2. später: höherer Zechenangestellter
3. heute: Untertageaufsicht, Kolonnenführer
Oberstollen
Stollen, der sich über einem anderen gleichnamigen Stollen befindet, höher gelegener Stollen, meist der Älteste eines Bergwerkes
Oberstoß
im streichend aufgefahrener Grubenbau derjenige Stoß, wo sich die höhere Seite der einfallenden Schichten befindet, in Flözstrecken also die Seite des anstehenden Flözliegenden
(Gegenteil: Unterstoß)
Oberwerksbau
Abbau über der obersten Sohle, zu der die Wetter zurückgeführt werden müssen
Observanz
bis Anfang des 19. Jahrhunderts geltendes Gewohnheitsrecht in einem begrenzten Bereich
Örterbau
Abbau einer flözartigen Lagerstätte mit Strecken sowie Stehenlassen von Festen. Manchmal wurde das Mineral auch seitlich vom Streckenquerschnitt abgebaut, und zwar so breit, wie dies bergtechnisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll war
Örtgen
Begriff aus dem Bereich Mülheim an der Ruhr: Besitzanteil an einer bergrechtlichen Gesellschaft
Oolith
aus kugelig, konzentrisch schaligem Ausbau zusammengesetztes Gestein
Ort, Örter
1. das Ende eines Grubenbaues, dort, wo der Grubenbau weitergetrieben wird
2. Arbeitsplatz des Bergmanns
3. Spitze einer Keilhaue
Ortsältester
Vorarbeiter Untertage
Ortsbrust
in Auffahrrichtung zu sehende Fläche eines vorzutreibenden Grubenbaues
Ortsvortrieb
Auffahrung eines söhligen Grubenraumes
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